Finanzskandal: Angeklagte wehren sich

von Redaktion

München/Eichstätt – Im Prozess um den Finanzskandal im katholischen Bistum Eichstätt bestreiten die beiden Angeklagten die Vorwürfe. Die umstrittenen Anlageprojekte der Diözese seien keinesfalls von Anfang an wertlos gewesen, sagte die Verteidigerin eines angeklagten Immobilienentwicklers, in dessen Projekte das Bistum investiert hatte, in ihrem sogenannten Opening Statement. Vielmehr seien die Investitionen gescheitert, weil das Bistum sein Kapital vorzeitig abgezogen habe.

Auch der frühere stellvertretende Finanzdirektor des Bistums wies die Vorwürfe gegen ihn über seinen Anwalt zurück. Er habe sich stets an die Anlagestrategie des Bistums gehalten und diese sei nie konservativ gewesen. Außerdem sei sein Vorgesetzter stets informiert gewesen.

Die These der Verteidiger beider Angeklagter: Nachdem das Finanzgebaren der katholischen Kirche im Zuge des Skandals um Verschwendung und eine goldene Badewanne im Bistum Limburg in den öffentlichen Fokus geraten war, passten riskantere Geschäfte nicht mehr zum Image der Diözese, die sich betont um Transparenz bemühen wollte. Die Anwälte bemängelten auch, dass die Ermittlungen und die Verfahren sich über Jahre hingezogen haben.

In dem Verfahren geht es um rund 60 Millionen US-Dollar, spekulative Immobilieninvestments und Bestechung. Dem Immobilienentwickler wirft die Staatsanwaltschaft Untreue und Bestechung vor, dem Ex-Kirchenmitarbeiter werden ebenfalls Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen. BRITTA SCHULTEJANS

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