Laute Musik und Gelächter drangen an meine Ohren. „Was ist denn hier los?“, wunderte ich mich. „Hast du das nicht mitbekommen. Die zweitschlimmste Zeit im Jahr hat begonnen: der Fasching“, krächzte Waldkauz Ulrich. „Das war mir klar, dass du Fasching nicht leiden kannst“, begrüßte ich meinen alten Freund. Ulrich kauzte, dass sich der Begriff Fasching auf den mitteldeutschen Fastentrunk bezieht. Der war ein alkoholisches Getränk, das vor Beginn der Fastenzeit getrunken wurde. Mancherorts bezeichnet man das Treiben bis heute als Fastnacht, also die Nacht vor Start der Fastenzeit. Eine weitere gängige Betitelung ist Karneval. Der Name stammt wahrscheinlich von den lateinischen Begriff carne levare ab, die übersetzt so viel wie das Fleisch wegnehmen bedeuten – in der Fastenzeit verzichtet man ja auf Fleisch. „Außerdem hatten die Faschingszeit auch einen praktischen Zweck“, wusste der schlaue Waldkauz und erklärte: „Früher galt es, vor der 40-tägigen Fastenzeit leicht verderbliche Lebensmittel aufzubrauchen. Was viele jedoch nicht wissen, Fasching existierte schon lange vor seiner Namensgebung. Zu Beginn war Karneval eine Mischung aus Wintervertreibungs- und Frühlingsfesten.“ Übrigens: Der erste organisierte Karnevalsumzug fand am 10. Februar 1823 in Köln statt, berichtete der komische Kauz. Und erklärte, dass der Name Rosenmontag sich vom deutschen Dialektwort roose ableitet, das so viel wie „ausgelassenes Treiben“ bedeutet.
Eure Paula