Wohin verschwindet das Mensa-Besteck?

von Redaktion

Bayerns Unis ergreifen kreative Gegenmaßnahmen

In vielen Mensen muss Besteck nachgekauft werden. © dpa

München – Ob Messer, Tassen oder Zuckerstreuer – aus den Mensen von Bayerns Universitäten verschwinden immer wieder Besteck und Geschirr. Und das geht mancherorts richtig ins Geld. Die Studierendenwerke versuchen deshalb gezielt, dagegen vorzugehen. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus: Es gibt kreative Gegenmaßnahmen. Und längst nicht immer landet das Vermisste als Diebesgut in den Küchenregalen von Erstsemestern. Auch Bruch, Verschleiß und Fehlentsorgung bei der Reinigung haben einen großen Anteil am Schwund. Eine weitere Ursache: Faulheit.

Teilweise handele es sich zwar tatsächlich um Diebstahl, schildert etwa Michael Noghero vom Studierendenwerk Augsburg. „In einem großen, vermeintlich anonymen Betrieb wie einer Mensa ist das Unrechtsbewusstsein bei der unerlaubten Mitnahme offenbar nicht so groß, da manche Gäste meinen, sie würden niemandem schaden.“ Dabei führe der Nachkauf zu höheren Essenspreisen. Doch häufig werde das Geschirr auch nur aus Bequemlichkeit nicht zurückgebracht. „Außerdem ist viel von unserem Geschirr in Büros und Konferenzräumen der Beschäftigten“, erzählt Noghero.

„Insgesamt stellen die Nachbeschaffungen für Geschirr und Besteck einen spürbaren Kostenfaktor in unserem Budget dar“, berichtet die Sprecherin des Studierendenwerks München, Julia Wölfle. Die niederbayerischen und oberpfälzischen Mensen mussten zwischen 2023 und 2025 mehr als 50 000 Besteckteile nachbestellen. Pro Jahr fiel allein dafür ein hoher vierstelliger bis niedriger fünfstelliger Betrag an. In Augsburg gehen pro Jahr unter anderem rund 4000 Besteckteile und 3400 Kaffeetassen verlustig. Jährliche Kosten: rund 10 000 Euro. DPA

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