Die Retter: Ulrike und Helmut Schreiner. © Ratzinger
Es wird weitergeschwommen: Vorerst ist das Oberschleißheimer Hallenbad gerettet. © Förtsch
Oberschleißheim – Die Sorge um ihr Hallenbad treibt die Menschen in Oberschleißheim (Kreis München) schon lange um. Und auch die Menschen in den Nachbarlandkreisen. Denn es ist eins der letzten Hallenbäder im weiten Umkreis, viele Schulen und Vereine nehmen lange Wege auf sich, um dort zu trainieren. Doch nun drohte wie berichtet auch dort die Schließung – wegen Sanierungsbedarf und fehlender Einnahmen.
Am Dienstag hatte die Gemeinde eine Sondersitzung zu dem Thema anberaumt. Rund 300 Menschen waren gekommen – ein Zeichen dafür, wie sehr das Thema die Bürger umtreibt. Und dann gab es in der Sitzung laute Bravorufe und minutenlangen Applaus. Denn das Unternehmer-Ehepaar Helmut und Ulrike Schreiner hat eine halbe Million gespendet, um das Hallenbad zumindest vorübergehend zu retten. „Stellen Sie sich vor: Sie sehen, hören und spüren die Verzweiflung und wissen, Sie könnten helfen“, sagt Helmut Schreiner. Er ist Senior-Gesellschafter der Schreiner Group – ein international tätiges Familienunternehmen für Hightech-Labels und Funktionsteile mit Sitz in Oberschleißheim. Das Geld spenden die Schreiners aber aus ihrem Privatvermögen. Weil ihnen Kinder, Leistungsschwimmer, die DLRG und die Gesundheit der Bürger am Herzen liegen, betonen sie. Helmut Schreiner sagt: „Helfen können, das ist eine Gnade.“
Die Freude in Oberschleißheim war riesengroß, als die Nachricht am Mittwoch bekannt wurde. „Ich bin unendlich dankbar“, sagt Lucas Marchlewitz, Vorsitzender des DLRG-Ortsverbands. Er hofft darauf, dass der Gemeinderat nun eine langfristige Lösung findet. Bürgermeister Markus Böck (CSU) sieht den Gemeinderat in der Verantwortung. „Es ist unsere Aufgabe, alles zu tun, um das Hallenbad so lange wie möglich weiterzubetreiben“, sagt er. Vor einigen Wochen hatte der Bürgermeister im Gemeinderat noch angekündigt, für die Kommune werde weder die Sanierung noch ein Neubau zu stemmen sein. Daraufhin hatte sich ein Arbeitskreis gegründet, der Ideen erarbeiten wollte, wie das Bad zu retten ist. Die Gemeinde macht mit dem Bad jährlich 500 000 Euro minus. Die Spende der Schreiners ist also ein Notpflaster. „Die Arbeit des Arbeitskreises geht jetzt erst richtig los“, sagt die Grünen-Politikerin Ingrid Lindbüchl. ANNA RATZINGER