LIEBE KINDER

von Redaktion

Vor ein paar Tagen habe ich zusammen mit Klara der Biberin Berta Raspelzahn einen Besuch abgestattet. „Warum hat sie eigentlich als einzige von uns Tieren einen Nachnamen?“, fragte Klara. „Keine Ahnung“, schnatterte ich. „Vielleicht, weil Frau Dr. Raspelzahn etwas ganz Besonderes ist.“ Aber mit dieser Antwort war Klara nicht zufrieden. Also hakte sie bei Berta nach. „Eigentlich verwenden ja nur die Zweibeiner Nachnamen“, begann die gelehrte Biberin. „Sie entstanden in einer Zeit, als Vornamen nicht mehr ausreichten. Bis ins 12. Jahrhundert genügte es völlig, wenn jemand einen Rufnamen hatte. Die Dörfer waren klein und übersichtlich. Verwechslungen gab es kaum. Aber dann zogen mehr und mehr Zweibeiner in Städte. Also gab man den Menschen Beinamen, um sie unterscheiden zu können. Aus diesen Beinamen entwickelten sich die heutigen Familiennamen. Sie lassen sich in vier Gruppen unterteilen. Zur ersten gehören alte Vornamen wie Walter oder Berthold, die sich als Nachnamen durchgesetzt haben. Dann gibt es Nachnamen, die aus Berufen abgeleitet wurden, wie Müller, Schumacher oder Jäger. Auch aus der Herkunft einer Person bildete man Nachnamen. Ein Herr Schwarzbach oder eine Frau Landau kam eben aus diesen Orten. Die letzte Gruppe Nachnamen geht auf Eigenschaften zurück – so entstanden z. B. Kurz, Groß, Braun oder Fromm. Heute gibt es in Deutschland ungefähr 850 000 Nachnamen. Am häufigsten sind Müller, Schmidt und Schneider.“ Eure Paula

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