München – Am heutigen Freitag bekommen viele der rund 1,76 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern ihr Zwischenzeugnis. Allerdings werden alternative Formen der sogenannten Leistungsrückmeldung immer beliebter. So hatten im vergangenen Schuljahr bereits 86 Prozent aller staatlichen Grundschulen in Bayern das Zwischenzeugnis in mindestens einer Jahrgangsstufe durch ein Lernentwicklungsgespräch ersetzt, wie das Kultusministerium auf Anfrage mitteilt.
Bei diesen Gesprächen kommen Kind, Eltern und Klassenlehrkraft zusammen und tauschen sich über Lern- und Leistungsstand des Schülers aus. Die Kinder sollen so lernen, ihre Fähigkeiten selbst besser einzuschätzen – und konkrete Zielvereinbarungen schließen, die das künftige Lernen fördern. Ob statt einem Zwischenzeugnis Lernentwicklungsgespräche geführt werden, entscheidet die Lehrerkonferenz im Einvernehmen mit dem Elternbeirat vor Beginn des Schuljahres. Möglich ist das aber nur in den Klassen 1 bis 3 – sowie an Mittel- und Förderschulen in den Jahrgangsstufen 5 bis 9.
An der Grund- und Mittelschule Ebersberg etwa habe man gute Erfahrungen mit dem Lernentwicklungsgespräch gemacht, sagt Schulleiter Alexander Bär. Der enge Austausch sei meist nachhaltiger als das bloße Schriftstück. „Das ist wie ein Mitarbeitergespräch in der Arbeitswelt, in dem auch das Kind die Möglichkeit bekommt zu formulieren, was ihm gerade auf den Nägeln brennt“, erklärt er. An der Mittelschule hingegen wollten die meisten Eltern doch lieber klare Noten sehen, sagt Bär.
An Gymnasien und Realschulen können die Zwischenzeugnisse für die Jahrgangsstufen 5 bis 8 durch schriftliche Informationen über das Notenbild ersetzt werden. Auch hier müssen Lehrerkonferenz und Elternbeirat zuvor zustimmen.
Kultusministerin Anna Stolz (FW) ermunterte Bayerns Schüler, stolz auf die eigene Leistung zu sein. Und falls die Noten weniger erfreulich ausfallen sollten, bleibe im zweiten Halbjahr noch genügend Zeit, um an der Technik zu feilen und alles zu geben.MM/UJK