Valentinstag. Überall gibt es Ideen, womit man seine Liebsten erfreuen könnte: mit Blumen, Süßigkeiten oder Schmuck. Denkbar sind natürlich auch Bücher. Da würde man den Valentinstag mit einem anderen Gedenktag verbinden. Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus Bischof in Umbrien. Er hat Paare getraut, die sich nicht einfach von anderen „verbandeln“, also zwangsverheiraten lassen wollten. Er setzte sich für Liebende ein, deren Familien gegen die Verbindung waren. Der Valentinstag ist aber zugleich der „International Book Giving Day“, also Tag des Buchgeschenks.
Die literarisch begeisterten Initiatoren aus England und den USA wollten dazu motivieren, Bücher an Kinder zu verschenken. Untersuchungen haben ergeben, dass Jungen und Mädchen, die im Umfeld von Büchern aufwachsen, besser lernen und fixer Sprachkenntnisse entwickeln. Sie sind in der Schule wie später im Leben erfolgreicher als die, denen Literatur vorenthalten wird. Wem viel vorgelesen wird, dessen Köpfchen wird kräftig trainiert. Eine Studie der Yale University ergab zudem: Menschen, die 30 Minuten am Tag Bücher lesen, leben im Durchschnitt fast zwei Jahre länger als Nichtleser.
Kinder in ihrem geistigen Wachstum zu fördern, ist Zeichen von Liebe. So, wie mit einem Buchgeschenk dafür zu sorgen, dass die Menschen, die einem lieb und wert sind, beim Lesen lachen und weinen, ins Grübeln kommen, neue Welten entdecken, sich erinnern und inspirieren lassen. Valentinstag und Book Giving Day: Warum nicht obendrein ein Buch liegen lassen, damit andere es nehmen und lesen. In einem Café, einem Wartezimmer oder dem Bus. In manchen Hotels werden von den Gästen nicht mehr benötigte Bücher eingesammelt und in eine kleine Hausbibliothek verbracht.
Seit Jahren gibt es öffentliche Bücherschränke. Gut erhaltene Bücher, nicht älter als fünf Jahre, werden hineingelegt, andere können dafür mitgenommen werden. Was für eine schöne Idee! Der Hobbygärtner Bischof Valentin verschenkte im dritten Jahrhundert nach Christus verständlicherweise Blumen, keine Bücher. Aber beides lässt sich verbinden. „Der Name der Rose“ von Umberto Eco ist ebenso spannend wie die tragische „Kameliendame“ von Alexandre Dumas. „Die Blumen des Bösen“ von Charles Baudelaire vielleicht doch lieber nicht. Eher „Jauche und Levkojen“ von Christine Brückner.
Kürzlich hörte ich einen Mann zu seiner Liebsten sagen: „Du mein Gänseblümchen.“ Bezaubernd. Vielleicht hatte er es aus einem Buch.