Gastgeber Markus Söder, das Nürnberger Christkind Nora Falk und Moderator Florian Silbereisen auf der Bühne. © dpa
München – Es war ein stimmungsvolles, schönes Adventskonzert Mitte Dezember, zu dem Markus Söder ins Münchner Cuvilliés-Theater eingeladen hatte. Doch seither herrschte auffällig stille Nacht, wann immer die Opposition nach den Kosten dafür fragte. Erst jetzt, zwei Monate und viele Anfragen mit ausweichenden Antworten später, nennt die Staatsregierung eine Zahl. Man gehe von „rund 130 000 Euro“ aus, steht in einem Schreiben an die Grünen-Haushaltspolitikerin Claudia Köhler, das unserer Zeitung vorliegt.
Köhler hatte wiederholt nachgehakt. Zwischenzeitlich schaltete sie auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ein; Fragen an die Regierung zu stellen und seriöse Antworten darauf zu erhalten, ist eines der zentralen Rechte der Landtagsabgeordneten.
Ob die 130 000 Euro angemessen sind für den Abend, dürfte in der Politik kontrovers diskutiert werden. Die Staatsregierung erinnerte daran, dass unter den geladenen Gästen im prachtvollen Theater nicht nur Promis aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, sondern viele ehrenamtlich engagierte Bürger gewesen seien. Der Konzertabend mit unter anderem Haindling, Claudia Koreck, den Regensburger Domspatzen und Moderator Florian Silbereisen deckte ein gewisses Spektrum bayerischer Kultur ab.
Die Grünen-Politikerin Köhler kritisiert die Kosten in Spar-Zeiten. „Für 130 000 Euro für ein Konzert geriert sich Herr Söder als Freund der Musik, im Entwurf des Haushaltsplans 2026 fehlen dagegen 1,242 Millionen Euro für die Musikschulen im Vergleich zum Ansatz 2025“, sagt sie. „Hier wäre das Geld besser aufgehoben gewesen.“ Zum langen Hickhack um die Kosten sagt Köhler: „Die Versuche, eine korrekte Antwort zu umgehen, lassen mich hoffen, dass der Ministerpräsident wenigstens ein schlechtes Gewissen hat.“CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER