Starnberg – Wahlpanne im Landkreis Starnberg: 112 500 Stimmzettel zur Landrats- und Kreistagswahl mussten neu gedruckt werden. Der Grund: Eine Spalte, die für die Freien Wähler, war breiter als die für die anderen Parteien und Gruppierungen. Kreiswahlleiter Holger Albertzarth ist zerknirscht. „Ich hatte das beim Korrekturabzug übersehen. Das ist besonders ärgerlich. Uns tut es sehr leid, auch für die Mitarbeiter in den Gemeinden.“
Der Grund für die Panne ist auch technischer Natur: Die Wahlvorschläge wurden im Landratsamt, im Wortlaut wie von den Parteien gewünscht, in eine Wahlsoftware eingetippt. „Der Stimmzettel generiert sich dann automatisch“, erklärt Albertzarth. Die Freien Wähler haben aus juristischen Gründen einen sehr langen Parteinamen: „FREIE WÄHLER Bayern e.V. / FW; Freie Wähler – Kreisverband Starnberg e.V. (FREIE WÄHLER / FW)“, heißt es auf dem Stimmzettel. Daher die breitere Spalte im Vergleich zur CSU, AfD oder den Grünen beispielsweise. Das hätte als eindeutige und unzulässige Hervorhebung gewertet werden können. Auf den neuen Stimmzetteln sind nun alle Parteien und Gruppierungen gleich groß.
Die Änderung konnte quasi in letzter Minute bei einer Druckerei in Auftrag gegeben werden. Das Unternehmen nahe Augsburg lieferte die Stimmzettel noch am Montag an. Jetzt kann der Versand der Briefwahlunterlagen beginnen, der ebenfalls seit gestern möglich ist.
Den Gemeinden entstand allerdings einige Mehrarbeit: Die Stadt Starnberg hatte bereits rund 1600 Briefwahlunterlagen fertig zusammengestellt, bis die Wahlleitung sie über den Rückruf informierte. Abgeschickt waren sie noch nicht. In Krailling wurden am Wochenende von fünf Mitarbeitern 1500 versandfertige Briefwahlumschläge wieder geöffnet. Boten – auf die Post vertraut man hier nicht – hatten sie aber noch nicht unter die Wähler gebracht.GMA/MS