Gemeinsam auf dem roten Teppich: Die Schauspiel-Brüder Florian (li.) und Maximilian Brückner beim Deutschen Filmball. © Felix Hörhager/dpa
Riedering – Sie sind eine große Künstlerfamilie – die Brückners aus Riedering. Die meisten der acht Geschwister sind Schauspieler, und alle machen Musik und tanzen. Sie sind berühmt und doch geerdet – im Chiemgau, wo der größte Teil in einem Mehrgenerationenhaus, einer alten Mühle, unter einem Dach lebt – Eltern, Kinder, Enkel. Ein volles Haus ist das Brückner‘sche Lebensgefühl.
Der bekannteste ist der älteste: der Bühnen-, Kino- und TV-Star Maximilian Brückner (47), fünf jüngere Geschwister sind ebenfalls Schauspieler, darunter Florian Brückner (43), der eigentlich Notfallsanitäter ist und 2002 eher zufällig als Schauspieler entdeckt wurde. Wie sein älterer Bruder legte auch Florian eine preisgekrönte Karriere hin. 2011 Goldener Löwe in Venedig für „Faust“ von Alexander Sokurow, 2012 Grimme-Preis, 2014 Deutscher Filmpreis in Silber, 2015 Bayerischer Fernsehpreis und 2019 Sonderpreis des Bayerischen Filmpreises.
Sein Debüt gab Florian Brückner 2002 in Dagmar Hirtz‘ Fernsehspiel „Der Tod ist kein Beweis“, später spielte er gemeinsam mit seinem Bruder Maximilian ein Brüderpaar in „Räuber Kneißl“ und „Was weg is, is weg“. Seit 2023 aber ist er der neue Meister Eder in „Neue Geschichten vom Pumuckl“ sowie dem Spielfilm von Marcus H. Rosenmüller „Pumuckl und das große Missverständnis“.
Bruder Maximilian wird in den neuen Verfilmungen „Kommissar Rex“ und „Ein Münchner im Himmel“ im April zwei große Kinopremieren feiern. Für Letzteren führte David Dietl Regie. „Des war scho Herbst, und es war kalt, und i hab da immer barfuß laufen müssen“, sagt Maxi Brückner, der im Film nach einem Autounfall als Taxler im Himmel landet, aber statt Bier und Blasmusik nur Soja-Manna und Yoga zu Harfenklängen vorfindet. Das wär für Brückner schon im richtigen Leben als Schuhplattler und Tubabläser eine Strafe, auf der Leinwand muss er erst mal sein Karma-Konto in Ordnung bringen, um auf der Erde bleiben zu dürfen.
Florian Brückner dreht gerade wieder eine neue Folge von Kult-Kommissar Jennerwein. „Und dann wollen wir mal endlich wieder gemeinsam spielen!“, beteuern die beiden. Auch wenn sie sich daheim im Chiemgau fast jeden Tag über den Weg laufen, die Sehnsucht nach einem gemeinsamen Film ist groß. „Jetzt warats wieder Zeit! Wir ham zu wenig miteinander gemacht.“ – „Wir könnten auch eine Fahrgemeinschaft bilden, das wär doch nachhaltig“, scherzt Florian, der nach Meinung seines Bruders etwas ganz Besonderes hat: „Er hat eine unglaubliche Komik! Der hat daheim, wenn wir alle zusammengesessen sind, schon immer den ganzen Tisch unterhalten – da konnte ich nur stumm daneben sitzen. Dafür kann ich ihn nur neidlos beneiden!“ Und was sagt der Flo? „Der Maxi hat die große Erfahrung! Und viel mehr Haare als ich“, sagt er und lacht vergnügt. In dieser Künstlerfamilie gibt‘s eben nur ein Wir. ULRIKE SCHMIDT