Salesianer wollen Missbrauch aufarbeiten

von Redaktion

Das Logo der Ordensgemeinschaft Salesianer Don Boscos. © Marc Tirl/dpa

München – Die katholische Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos will sich Missbrauchstaten in ihren Reihen stärker stellen. Ziel sei es, sexuellen Missbrauch und andere Formen von Gewalt an Minderjährigen zwischen 1945 und 2023 aufzudecken, teilte der Orden mit. Die Ergebnisse sollen insbesondere genutzt werden, um Schutz- und Präventionsstrukturen zu verbessern und weiteren Missbrauch zu verhindern.

Für die Aufarbeitung hat sich der Orden nun wissenschaftliche Hilfe geholt. Missbrauchsopfer und Zeitzeugen können sich über eine Onlineplattform bei Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena melden und ihre Erlebnisse schildern – bei Wunsch anonym. Gehört werden sollen explizit nicht nur Missbrauchsopfer und Zeugen von Missbrauch, sondern alle Menschen, die im Laufe ihres Lebens Kontakt mit der Ordensgemeinschaft hatten. Zudem planen Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), historische Dokumente aus den Archiven des Ordens auszuwerten. Die Studie ist auf zwei Jahre angelegt.

Artikel 8 von 11