Nikolaus Ziegner aus Krailling. © Dagmar Rutt
Dem Würmtal mangelt es nicht an kulturellen Highlights, von Klassik über Theater bis zu experimenteller Musik. Doch Nikolaus Ziegner geht andere Wege. Er besitzt das Optikgeschäft Schöller – und bringt das Kabarett direkt in seine Nachbarschaft. „Ich mache das gerne, aber es ist nicht mehr als ein Hobby, und das wird es auch bleiben“, sagt der 66-Jährige. Seine Auftritte im Kraillinger „Alten Wirt“ werden immer beliebter. Mal waren es zwei, dann drei, jetzt sind vier Abende geplant. „Bei drei Auftritten musste ich immer noch Leute abweisen. Aber mehr als vier werden es nicht“, sagt Ziegner. Der Ablauf ist entspannt: Einlass ab 18.30 Uhr, Beginn 20 Uhr. „Ich möchte einen gemütlichen, netten, unterhaltsamen Wirtshausabend anbieten, in dessen Verlauf es eben einen Auftritt von mir gibt.“
Der Eintritt von 20 Euro enthält bereits einen Zehn-Euro-Verzehrgutschein. Ziegner behält keinen Cent, der Rest geht als Spende an soziale Zwecke. Die Nähe zum Publikum ist ihm wichtig. Seine beiden Söhne helfen an der Abendkasse, kümmern sich um ältere Besucher und sorgen dafür, dass auch Menschen aus Altenheimen teilnehmen. Auf der Bühne redet Ziegner über Alltägliches, inspiriert von seiner „Expertenkommission“, wie er den imaginären Stammtisch nennt, der ihm seine Themen liefert. Dazwischen singt er eigene Texte zu bekannten Melodien, begleitet auf Gitarre. „Kein Hochgenuss“, sagt er selbstironisch.
Im aktuellen Programm „So kannt‘s geh“ geht es um Überraschungen, kleine Provokationen und eine Prise Politik. Ein Zuschauer etwa brachte Ziegner dazu, über die Sanierung einer Wirtshaus-Sanitäranlage zu sprechen, über Pünktlichkeit, Bürokratie, Visionen und Genderfragen. Auch Digitalisierung und Technologiewandel finden ihren Platz, selbst beim Schafkopf. MARTIN SCHULLERUS