Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Klara und Agnes gestritten. Mir fiel irgendwann kein passendes Argument mehr ein, und so schwamm ich schimpfend zu Waschbär Waldemar. Den schien das nicht zu freuen. „Ihr braucht einen Unterhändler“, brummte er. „Was benötigen wir?“, schnatterte ich verblüfft. Die Biberin Frau Doktor Raspelzahn mischte sich ein: „Ich denke, Waldemar wünscht sich für euch einen Mediator, also einen Vermittler.“ Das leuchtete mir nicht ein: „Aber ich habe doch recht!“, schnatterte ich empört. Die Biberin musterte mich streng und sagte: „Ich finde auch, dass du viel Theater wegen nichts machst.“ Das saß. Vielleicht hatten sie recht, dachte ich kleinlaut. Um Waldemar und Dr. Raspelzahn abzulenken, fragte ich, ob ein Unterhändler das Gleiche sei wie ein Mediator. „Nein, weil das verschiedene Ebenen von Vermittlungsarbeit sind“, sagte Dr. Raspelzahn. „Ein Mediator versucht, einen Streit zwischen zwei Personen zu schlichten, zum Beispiel zwischen Schülern, Ehepartnern oder Arbeitskollegen. Ein Unterhändler vertritt eine weitaus größere Gruppe, oft sogar ein ganzes Land. Ein Unterhändler muss eine Person sein, die Ansehen und Vertrauen genießt, verschwiegen ist und sich auf schwierige Verhandlungen versteht. Feingefühl und ein gutes Gespür für andere Ansichten, Meinungen und Situationen sind essenziell. Unterhändler verhandeln zum Beispiel darüber, ob in einem Krieg Kriegegefangene freigelassen werden.“
Eure Paula