Messer-Attacke auf Zeugen Jehovas

von Redaktion

Würzburg: Drei Verletzte – Afghane (35) gefasst

Einsatz am Tatort: Am Würzburger Hauptbahnhof ermitteln Polizisten, nachdem ein 35-Jähriger drei Männer mit einem Messer attackiert hat. © Michaela Johannsen/dpa

Würzburg – Ein Mann hat im Würzburger Hauptbahnhof drei ihm offensichtlich unbekannte Menschen mit einem Messer angegriffen. Die Männer im Alter von 51, 55 und 68 Jahren wurden in dem Gerangel leicht verletzt. Sie erlitten jedoch keine Stich- oder Schnittverletzungen, wie die Polizei mitteilt. Passanten, darunter ein Polizist in Zivil, überwältigten den 35 Jahre alten Angreifer. Der Afghane wurde festgenommen. Sein Motiv war zunächst unklar. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Der Zugverkehr ist laut Polizei durch die Attacke nicht beeinträchtigt gewesen. In einer ersten Mitteilung war noch von zwei Geschädigten die Rede gewesen, die unverletzt geblieben seien. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Verdächtige gegen 7.50 Uhr im Bereich der Eingangshalle an einen Stand der Zeugen Jehovas herangetreten und hatte plötzlich mehrere Stichbewegungen in Richtung des 68-Jährigen ausgeführt. Auch den 55-Jährigen und den 51-Jährigen soll der Mann angegriffen haben.

Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Gemeinschaft mit eigener Bibelauslegung. Die Anhänger glauben an Jehova als „allmächtigen Gott und Schöpfer“ und sollen sich strengen Vorschriften unterwerfen. Sie sind davon überzeugt, dass eine neue Welt bevorsteht und sie als auserwählte Gemeinde gerettet werden. Die streng organisierte Gruppe wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem US-Geschäftsmann Charles Taze Russell (1852–1916) gegründet und finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unter dem Nazi-Regime war die Glaubensgemeinschaft verboten und wurde verfolgt. Weltweit haben die Zeugen Jehovas etwa acht Millionen Mitglieder.

Der Fall erinnert an die Messerattacke eines psychisch kranken Geflüchteten im Juni 2021 in Würzburg, der in der Innenstadt wahllos auf arglose Passanten eingestochen hatte. Drei Frauen starben, neun Menschen wurden verletzt.

Nach der Attacke am Würzburger Hauptbahnhof wurde der Bereich weiträumig gesperrt. Videoaufnahmen sind gesichert. Die Wohnung des 35-Jährigen soll durchsucht werden. ANGELIKA RESENHOEFT

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