507 Tote auf Bayerns Straßen

von Redaktion

Unfallzahlen stiegen im vergangenen Jahr wieder – auch deutschlandweit

Die Gefahr fährt mit: Bei diesem Unfall nahe Mönchberg/Unterfranken wurden zwei Menschen schwer verletzt. © Ralf Hettler/dpa

München – 507 Menschen sind im vergangenen Jahr auf Bayerns Straßen gestorben – das sind zwölf Verkehrsteilnehmer mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Unfälle ging nach oben, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Zugleich sank die Zahl der Schwerverletzten auf ein Allzeittief, und es starben weniger Radfahrer als 2024. „Jeder einzelne Tote ist einer zu viel“, betonte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik.

Die Gesamtzahl: 2025 starben zwölf Menschen mehr auf Bayerns Straßen als im Vorjahr. Es ist der erste Anstieg nach einem mehrjährigen Rückgang – 2024 waren 495 Tote zu beklagen. „Unfallursache Nummer eins bleibt zu hohe und nicht angepasste Geschwindigkeit“, bilanzierte das Ministerium. Rund ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle im Freistaat sei darauf zurückzuführen. Zwei Drittel aller tödlichen Unfälle ereigneten sich außerorts auf den Landstraßen. Dort zählte die Polizei 313 Verkehrstote, das sind 16 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt wurden 2025 im Freistaat 387.656 Verkehrsunfälle registriert – ein Plus von 1,7 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist die weiter gestiegene Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge, die sich im vergangenen Jahr von 10,8 auf 10,9 Millionen erhöht hat.

Die Zahl der Verletzten: Sie blieb mit 62.419 auf dem Niveau des Vorjahres. Bei der Zahl der Schwerverletzten wurde im vergangenen Jahr mit 8727 ein erneutes Allzeittief erreicht, nach 9024 im Vorjahr. Dem Statistischen Landesamt zufolge hat Niederbayern den höchsten prozentualen Rückgang bei der Zahl der Verunglückten, während Schwaben ein Plus von 4,3 Prozent registrierte.

Die Radfahrer: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern hat 2025 mit rund 19.800 leicht um gut 500 zugenommen. Dabei wurden 18.451 Radfahrer verletzt – auch dies ein Plus zum Vorjahr. Immerhin ging die Zahl der getöteten Radfahrer nach mehreren Jahren des Anstiegs um zwölf Personen auf 82 zurück. Knapp die Hälfte davon war mit einem Pedelec unterwegs. Herrmann verwies auf Pläne, bis 2030 in Bayern 1500 Kilometer neue Radwege zu bauen. Dies ist dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zu wenig: „Das bedeutet umgerechnet auf die bayerischen Gemeinden gerade einmal rund 91 Meter neue Radwege pro Jahr“, kritisierte die Landesvorsitzende Eva Mahling.

Alkohol und Drogen: 2025 stieg die Zahl der Alkoholunfälle leicht um 1,5 Prozent auf 4857. Dabei kamen 30 Menschen ums Leben – nach 36 im Vorjahr. Zudem gab es ein deutliches Plus von 9,4 Prozent bei den Fahrern, die unter Drogeneinfluss erwischt wurden. Mehr als die Hälfte davon stand unter Einfluss von Cannabis. „Die Legalisierung von Cannabis durch die Ampel-Regierung war eine klare Fehlentscheidung mit gravierenden Folgen“, meint Herrmann.

Die Kritik: Der TÜV-Verband mahnte Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit an. Dazu gehörten eine fehlerverzeihende Infrastruktur an Unfallschwerpunkten, eine konsequente Überwachung und Tempo-Management, betonte die TÜV-Referentin für Verkehrssicherheit, Fani Zaneta.

Deutschland hat sich mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2021–2030 vorgenommen, die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu senken. Das Gegenteil ist aber der Fall: Die Zahl steigt. 2021 gab es 2562 Tote, im vergangenen Jahr waren es bundesweit 2814.MM/DPA

Artikel 1 von 11