Brutale Räuberbande in Rumänien gefasst

von Redaktion

Er wurde Opfer von brutalen Räubern: der frühere Formel-1-Manager Willi Weber. © May/dpa

Neu-Ulm – Sie drangen in die Villen ein, fesselten ihre Opfer und ergriffen teils mit einer Millionenbeute unerkannt die Flucht. Ihr prominentestes Opfer: der frühere Formel-1-Manager Willi Weber, der im Dezember in seiner Stuttgarter Villa brutal überfallen und misshandelt wurde. Nun sind vier Männer in Rumänien festgenommen worden, die nicht nur Weber und seine Frau, sondern auch mindestens zwei weitere Ehepaare in Stuttgart und ein Paar im bayerischen Altenstadt ausgeraubt haben sollen.

„Ihre Vorgehensweise war von Brutalität geprägt“, berichtet die Polizei. „Sie sollen die Ehepaare gefesselt, bedroht, zum Teil verletzt und stundenlang eingesperrt haben, um an ihre Beute zu gelangen.“ Allein bei den beiden Stuttgarter Überfällen geht die Polizei von einer Beute im Millionenwert aus. Die vier Männer im Alter zwischen 32 und 55 Jahren hatten es auf Schmuck, Geld und Wertgegenstände abgesehen.

Neben Fällen in Stuttgart sollen die Männer auch in Bayern zugeschlagen haben. In Altenstadt drangen sie im Juni zu viert in ein Anwesen ein, sie überraschten die Familie und fesselten ihre Opfer. „Hierbei bedrohten sie die Geschädigten auch mit Schusswaffen und schlugen ihnen mehrfach ins Gesicht“, teilte die Polizei mit. „Anschließend durchwühlten die Täter das Haus nach Wertgegenständen.“ Die gefesselte Familie habe sich später befreien und die Polizei verständigen können.

In Zusammenarbeit mit Europol sowie mit rumänischen und französischen Polizisten sind die Verdächtigen in Rumänien gefasst worden. „Die beispiellose Skrupellosigkeit, mit der sie vorgegangen sind, hat den Druck auf die Ermittlungen erhöht“, sagte Markus Eisenbraun, der Präsident des Polizeipräsidiums Stuttgart. „Das Gefühl von Wehrlosigkeit und Fassungslosigkeit können wir den betroffenen Personen leider nicht nehmen, aber wir können dafür sorgen, dass nicht noch mehr Menschen solchen furchtbaren Angriffen in ihren eigenen vier Wänden ausgesetzt sind.“

Weber zeigte sich nach der Festnahme der mutmaßlichen Täter erleichtert: „Das ist schon eine Genugtuung“, sagte die frühere rechte Hand von Formel-1-Legende Michael Schumacher. „Aber es ist auch nicht so, dass man sich sicherer fühlt“, betonte der 83-Jährige.

Die vier verdächtigen Rumänen sollen nach Deutschland ausgeliefert werden. Gegen sie liegen europäische Haftbefehle vor.DPA

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