Bayern bleibt Zecken-Risikogebiet

von Redaktion

Gesundheitsministerin Gerlach ruft zur Impfung auf: „Schutz vor FSME ist wichtig“

Kein seltenes Exemplar: Eine Zecke sitzt auf einem Blatt. © Pleul/dpa

Wer so ein Schild wie das hier in Kreuth beim Wandern sieht, sollte sich am Abend besonders gut nach Zecken absuchen. © Hoppe/dpa

München – Das Robert-Koch-Institut weist aktuell fast ganz Bayern bis auf die unterfränkische Stadt Schweinfurt als Risikogebiet für das von Zecken übertragene FSME-Virus auf. Dieses kann schwere Entzündungen von Gehirn und Hirnhaut verursachen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Ministerin Judith Gerlach (CSU) ruft daher Bürger auf, sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis impfen zu lassen. Um für die diesjährige Zeckensaison einen wirksamen Schutz aufbauen zu können, sollten ungeimpfte Personen möglichst jetzt mit der Impfserie beginnen. Für einen vollständigen Schutz sind drei Impfungen nötig. Wer bereits einmal geimpft ist, sollte an die Auffrischungsimpfungen denken.

Laut Mitteilung wurden 2025 in Bayern 282 FSME-Erkrankungen gemeldet. „Das sind zwar weniger als 2024.“ Damals waren es 312 Fälle. „Aber es bleibt der zweithöchste Wert seit Einführung der Meldepflicht. Das zeigt, wie wichtig ein vollständiger Impfschutz gegen FSME ist“, betonte Gerlach.

Doch die Impfquoten sind im Freistaat insgesamt noch zu niedrig. Nur rund ein Fünftel der Erwachsenen besitzt einen aktuellen FSME-Impfschutz. Bei den Kindern ergibt sich ein etwas besseres Bild: Im Rahmen der Einschulungsuntersuchung zum Schuljahr 2023/24 wiesen 42 Prozent der bayerischen Einschulungskinder eine abgeschlossene Grundimmunisierung auf.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung für alle Menschen, die in Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können. Zecken können neben dem FSME-Virus allerdings auch Bakterien übertragen, die Lyme-Borreliose verursachen. Dagegen gibt es bisher keine Impfung. Im vergangenen Jahr wurden in Bayern insgesamt 5522 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet – das waren deutlich mehr als die 4057 Fälle im Jahr 2024. Diese lasse sich gut behandeln, wenn sie schnell entdeckt werde, heißt es. „Wer sich in der Natur aufgehalten hat – etwa beim Wandern, Spazieren oder auch im eigenen Garten – sollte anschließend den Körper gründlich nach Zecken absuchen“, rät die Ministerin. Wer dabei eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell und vorsichtig entfernen. Treten danach Beschwerden oder eine ringförmige Hautrötung auf, sollte man rasch ärztlichen Rat einholen, rät Gerlach.

Neben Bayern sind laut der RKI-Karte auch Baden-Württemberg und Sachsen fast komplett Risikogebiete, ebenso wie große Teile Thüringens sowie kleine Teile Hessens und Brandenburgs. Im übrigen Deutschland gibt es nur vereinzelt Risikogebiete.KNA/EPD

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