Kampf ums Backstage

von Redaktion

Streit mit Paketposthallen-Investor eskaliert

Hans-Georg Stocker betreibt das Backstage. © Marcus Schlaf

München – Der Streit zwischen dem Backstage und der Büschl-Unternehmensgruppe eskaliert. Im Mittelpunkt steht der geplante Bau zweier 155 Meter hoher Türme auf dem Paketpostareal, direkt neben dem Backstage. Der Stadtrat hatte Ende 2025 grundsätzlich grünes Licht für das Bauvorhaben der Büschl-Gruppe gegeben.

Das Backstage sieht darin jedoch seine Existenz gefährdet. Das Kulturzentrum fordert daher rechtlich abgesicherte Garantien des Investors, bevor das Baurecht für die Türme endgültig in Kraft tritt. Die Backstage-Betreiber werfen der Büschl-Gruppe nun vor, einer Einigung darüber im Weg zu stehen – und gleichzeitig den Umbau des Kulturzentrums auszubremsen.

Konkret geht es etwa um umfangreiche Schallschutzmaßnahmen im Rahmen des Büschl-Projekts, die das Backstage bislang teilweise als „unzureichend“ bewertet. Laut Kulturzentrum soll damit unter anderem verhindert werden, dass es durch künftige Bewohner der Türme zu Lärmschutzklagen gegen den Konzertbetrieb nebenan kommt. Denn: Das Backstage plant selbst eine Millioneninvestition für den Umbau des Kulturzentrums. Dafür müssten sich die Betreiber hoch verschulden und verlangen Sicherheiten.

Gleichzeitig geht es um Geld: Das Backstage befürchtet durch die langjährige Baustelle nebenan Umsatzeinbußen – und fordert 25 Millionen Euro an Ausgleichsgeldern. Das sei „jenseits jeder Realität“, heißt es von der Büschl-Gruppe. Außerdem streitet sie die Vorwürfe ab.

Im Gegenzug behaupten die Backstage-Betreiber, Büschl wiederum habe von ihnen eine zweistellige Millionenzahlung für entsprechende Garantien gefordert. Dies weist die Gruppe scharf zurück.JULIAN LIMMER

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