Was hilft bei Heuschnupfen?

von Redaktion

Die Augen brennen, die Nase läuft: Pollen machen es Allergikern in Bayern bald wieder besonders schwer. © Oscar Wong

Der Pollenkalender verschafft den Überblick: Haselpollen etwa wirbeln schon jetzt durch die Luft. Im März gesellen sich Pappel, Esche und Weide dazu, bevor im Sommer die Gräser die Augen jucken lassen. © AFP

München – Die einen freuen sich über den Frühling, die anderen leiden unter Heuschnupfen. Denn mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Pollenbelastung – der Beginn der Allergie-Saison. Auch in Bayern schwirren bereits seit einigen Tagen Hasel- und Erlenpollen in der Luft herum, und die machen Allergikern zu schaffen. Eine ärztliche Abklärung ist in jedem Fall sinnvoll, sagt der Münchner Hausarzt und Tropenmediziner Markus Frühwein. Denn wenn ein Heuschnupfen nicht behandelt wird, kann es zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen. Das bedeutet, dass sich die Entzündung von den oberen auf die unteren Atemwege ausweiten kann. „In der Folge kann sich ein allergisches Asthma entwickeln.“

Die Allergiesaison beginnt wegen der Klimaerwärmung immer früher – und endet später. Laut Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beginnen vor allem Hasel- und Erlenpollen heutzutage im Durchschnitt etwa zwei Wochen früher zu blühen. Rund 1,4 Millionen Menschen im Freistaat leiden laut dem Gesundheitsministerium in München an Heuschnupfen. Sie reagieren also auf bestimmte Pollen etwa mit juckenden Augen, triefender Nase oder Niesen.

„Heuschnupfen ist keine bloße Befindlichkeitsstörung, sondern Ausdruck einer chronischen allergischen Entzündung der Atemwegsschleimhäute“, sagt Frühwein. Um Linderung zu schaffen, raten viele Mediziner zu einer Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannt. „Durch die regelmäßige Gabe des auslösenden Allergens in kontrollierter Dosierung lernt das Immunsystem, weniger stark darauf zu reagieren“, sagt Frühwein, der außerdem im bayerischen Hausärzteverband tätig ist. Das Immunsystem wird also langsam an die Allergene gewöhnt. Eine solche Therapie dauert allerdings meist mehrere Jahre. Dazu kommt: Wer von einer Pollenallergie betroffen ist, wird sie nie wieder los.

Wer sich jedoch im Alltag Linderung verschaffen will, kann zu Hausmitteln greifen. Gezieltes Lüften daheim etwa hilft. Zudem helfen Pollengitter. Da Pollen im Bett Probleme machen, sollte man abends duschen, sich die Haare waschen und getragene Kleidung nie im Schlafzimmer ausziehen oder liegen lassen.

Außerdem können regelmäßige Nasenspülungen mit Kochsalzlösung helfen, da sie Pollen mechanisch aus der Nase entfernen, erklärt Frühwein. Und: „Kühlende Kompressen bei gereizten Augen oder das Tragen einer Sonnenbrille im Freien wirken zusätzlich entlastend.“ Hausmittel und antiallergische Mittel behandeln jedoch nur Symptome, nicht die Ursache. „Wenn die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist, kommt die spezifische Immuntherapie infrage“, sagt Frühwein.

Betroffene finden aktuelle Messwerte zum Pollenflug in Bayern beim elektronischen Polleninformationsnetzwerk unter www.pollenflug.bayern.de/pollenflug-24h, das alle drei Stunden neue Daten zur Verfügung stellt.

Artikel 1 von 11