München – Der Münchner S-Bahn-Chef Heiko Büttner (57) verlässt die Landeshauptstadt. Er soll zum 1. April die Geschicke der Berliner S-Bahn steuern. Der dortige Aufsichtsrat hat dem gestern zugestimmt. Büttner war seit 2017 Chef der Geschäftsführung der S-Bahn München, die mit über 800.000 Fahrgästen täglich eines der größten S-Bahn-Netze Deutschlands ist. Büttner ist auch Konzernbeauftragter der Deutschen Bahn für den Freistaat. Auch diese Position gibt er auf, über eine Neubesetzung ist noch nicht entschieden, erklärte die Bahn in einer Mitteilung.
Die Berliner S-Bahn ist anders als die in München als GmbH organisiert, was dem Chef etwas mehr Entscheidungsfreiheit gibt. Sie ist zudem mit 671 Fahrzeugen, über 3000 Mitarbeitern und 1,4 Millionen Fahrgästen am Tag nach Angaben der Bahn noch ein Stück größer als der Münchner Betrieb. Branchenintern wird Büttners Berufung nach Berlin als Aufstieg gewertet. Sein Nachfolger kommt aus Stuttgart: Matthias Glaub (51) ist erst seit knapp zwei Jahren Chef der S-Bahn in der Schwabenmetropole. Wichtig: Mit dem Schlamassel rund um Stuttgart 21 hat er nichts zu tun. Vor seiner Zeit in Stuttgart leitete er die Personalabteilung der Münchner S-Bahn. Zuvor war er bei DB Cargo, DB Netz und DB Vertrieb, insgesamt bringt er es auf fast 20 Jahre Bahnerfahrung. Nun kehrt er also an seine alte Wirkungsstätte zurück.
Ob Berlin, München oder Stuttgart – überall stehen die Bahnchefs vor denselben Herausforderungen: Viele Verspätungen und Baustellen bremsen den Verkehr auf dem in die Jahre gekommenen Schienennetz aus. Auf Büttner, der seit fast 30 Jahren bei der Bahn ist, geht der Abschluss des 1. Münchner S-Bahn-Vertrages mit dem Freistaat zurück. Außerdem entstanden unter ihm eine neue Leitstelle und zwei Reparaturwerkstätten.DIRK WALTER