Schulstreik gegen die Wehrpflicht: In mehr als 130 Städten (hier in Bamberg) haben gestern Jugendliche gegen das Wehrdienstgesetz protestiert. © Pia Bayer/dpa
München – „Schulstreik gegen Wehrpflicht“: Unter diesem Motto haben gestern Schülerinnen und Schüler gegen das neue Wehrdienstgesetz protestiert. Auch in München gingen Jugendliche auf die Straße. Laut Polizei waren es in der Spitze rund 800 Demonstranten. Die Organisatoren sprachen von insgesamt 1200 Teilnehmern. Die Schüler zogen nach einer Kundgebung auf dem Orleansplatz bis zum Gärtnerplatz. Wie die Polizei berichtet, kam es deshalb zu einigen Verkehrsbeeinträchtigungen. Ansonsten sei die Demonstration friedlich verlaufen. Nur einige wenige Strafanzeigen wegen kleinerer Delikte seien eingegangen.
Derartige Proteste gab es gestern in ganz Deutschland. In Bayern fanden beispielsweise auch in Bamberg, Regensburg, Augsburg oder Nürnberg Streiks statt. Die Veranstalter berichteten bundesweit von Streiks in mehr als 130 Städten mit 50.000 Jugendlichen.
Hintergrund ist das Gesetz für den neuen Wehrdienst, das seit Anfang des Jahres gilt. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben werden. Männer müssen diesen ausfüllen. Sollte es nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die Regierung die Einführung einer Bedarfswehrpflicht vor. Die Bundesschülerkonferenz machte deutlich, dass sich viele Jugendliche bei dem Thema übergangen fühlten. Die Entscheidung sei „von oben“ von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen, kritisierte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff.CLA/DPA