An diesem Sonntag wählt München den Stadtrat und den Oberbürgermeister. Direkt davor sind Amtsinhaber Dieter Reiter und seine Tätigkeit beim FC Bayern zum offiziellen Thema für die Regierung von Oberbayern geworden. Die Behörde teilte am Freitag mit: „Mit dem gestrigen Pressestatement von Herrn Oberbürgermeister Dieter Reiter liegen nun neue Tatsachen vor, die die Regierung von Oberbayern zum Anlass nimmt, die Einleitung eines Disziplinarverfahrens zu prüfen. Aufgrund der offenbar seit 2021 erfolgten Vergütung der Tätigkeit als Mitglied des Verwaltungsbeirats des FC Bayern München e.V. stellt sich die Frage, ob dafür eine Nebentätigkeitsgenehmigung erforderlich gewesen wäre.“
Reiter hatte am Donnerstag öffentlich gemacht, dass er für seine Mitgliedschaft im Beirat des Fußballvereins eine Vergütung bekommen hat – zuletzt 20.000 Euro pro Jahr. Reiter war unlängst zum Vorsitzenden des Beirats gewählt worden – was mit einem Sitz im Aufsichtsrat verknüpft ist. Der Stadtrat hatte beides nicht genehmigt.
Der OB sagte am Donnerstag über seinen FC-Bayern-Posten: „Ich möchte diese Aufgabe nicht abgeben. Ich bin froh und stolz, dass dieser großartige Verein mich als eines von neun Aufsichtsratsmitgliedern haben will.“ Trotzdem lässt er seine FCB-Ämter jetzt erst einmal ruhen. Reiter am Freitag: „Ich werde von meiner Seite alles dafür Notwendige tun, damit alle Fragen des Stadtrats und der Regierung von Oberbayern beantwortet und rechtlich bewertet werden können. Ich stehe auch gegenüber der Regierung für volle Transparenz und bedauere, dass ich es versäumt habe, den Stadtrat nicht von Anfang an damit befasst zu haben. Dafür bitte ich auch die Münchnerinnen und Münchner um Entschuldigung. Bis zur Klärung werde ich mich an keiner Sitzung, Beratung und Entscheidung im Rahmen meiner Funktionen beim FC Bayern beteiligen.“TG, SKA, HEI