Inflation an Stichwahlen bei den Landräten

von Redaktion

München – In vielen bayerischen Kommnuen und Landkreisen müssen die Wähler ein zweites Mal ran. Allein bei den Landkreisen, kreisfreien Städten und größeren Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern stehen 128 Stichwahlen an.

Nur in fünf von 22 kreisfreien Städten gibt es bereits einen Sieger (Fürth, Straubing, Schwabach, Kaufbeuren und Coburg).

Doch auch bei den Landräten gibt es oft noch keine Gewinner. Die Bilanz im Detail: In 62 Landkreisen wurde der Landrat gewählt. Nur in 33 Kreisen gibt es schon einen Sieger. 20 davon sind rein von der CSU aufgestellt worden, fünf weitere von der CSU zusammen mit anderen Gruppierungen – von der JU bis zum Landvolk in Coburg. Nicht wenige Landräte sind unangefochten, Oliver Bär (CSU) im Landkreis Hof etwa (75 Prozent), oder Mario Götz (CSU) in Bad Kissingen mit 74,5 Prozent. Stimmenkönig ist Sebastian Gruber (CSU), seit 2014 Landrat im Landkreis Freyung-Grafenau im Bayerwald, der seinen einzigen Gegenkandidaten von den Grünen mit 89,1 Prozent auf Distanz hielt.

Sieben Mal gewann ein Kandidat oder eine Kandidatin der Freien Wähler, darunter die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger und Anton Speer in Garmisch-Partenkirchen. In 29 Landkreisen steht noch eine Stichwahl aus. Die Frage ist nun, ob die CSU nach der zweiten Wahlrunde ihre 54 Landräte von 2020 halten kann – und wie die Freien Wähler in der Endabrechnung abschneiden. Es bestehe die Chance, die Zahl von bisher 14 Landräten „sogar auszubauen“, sagte FW-Chef Hubert Aiwanger in einer Wahlbilanz – auf Kosten der CSU, versteht sich. So unrealistisch ist das nicht, denn in 23 der 33 Landrats-Stichwahlen hat es laut Aiwanger ein FW-Kandidat in die Endauswahl geschafft, neun Mal als Erstplatzierter. Eine Reihe von Duellen findet in Oberbayern statt, etwa im Landkreis Miesbach (FW-Kandidat Jens Zangefeind gegen Franz Schnitzenbaumer von der CSU) und in Bad Tölz-Wolfratshausen (Thomas Holz/CSU gegen Ludwig Schmid/FW). Chancen hat auch der bisherige FW-Landtagsabgeordnete Michel Koller, der gegen Franz Rasp (CSU) im Berchtesgadener Land in der ersten Runde vorne lag. Eine Aussicht für einen Landratsposten gibt es auch für die Grünen – im Landkreis Landsberg, wo Daniela Groß den amtierenden CSU-Landrat Thomas Eichinger in die Stichwahl zwang – mit nur 0,7 Prozent Abstand.DW

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