Triumphe, Tiefschläge und Kuriositäten

von Redaktion

Vom Zwei-Stimmen-Vorsprung bis zum Erdrutsch-Sieg: Bayerische Schlaglichter zur Kommunalwahl

Rotes Beben: Enrico Corongiu (SPD, links) holte im konservativen Mittenwald knapp 90 Prozent. © Peter Kornatz

München – Denkbar knappe Ergebnisse, ein Kandidat ohne Gegner muss in die Stichwahl und ein roter Erdrutsch-Sieg im CSU-Stammland: Die Kommunalwahl schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Ein kleiner Überblick.

■ Stichwahl ohne Gegner

Kurioses Ergebnis in Bayerns kleinster Gemeinde: Eigentlich hätte Amtsinhaber Armin Krämmer (FWG) gute Chancen gehabt als einziger Kandidat. Doch nun muss er in die Stichwahl, er erzielte nur 47,7 Prozent der Stimmen. 52,3 Prozent der 144 Wahlberechtigen schrieben andere Namen auf den Wahlzettel. Gegen wen Krämmer am 22. März antritt, war zunächst noch nicht klar.

■ Im Namen des Herrn

Unter den gewählten Kandidaten bei der Kommunalwahl sind auch einige Mönche. In Schwarzach am Main etwa gibt es eine eigene Liste „Abtei“ des Klosters Münsterschwarzach. Mit 6,2 Prozent der Stimmen geht ein Platz im Gemeinderat an den Wirtschaftsverwalter des Klosters. In Eresing (Kreis Landsberg) holte die Wählergemeinschaft Sankt Ottilien ebenfalls einen Gemeinderatssitz. Und in Scheyern wurde Pater Lukas Christoph Wirth als Gemeinderat gewählt, der Geschäftsführer der Klosterbier Vertriebs GmbH.

■ SPD-Erdrutschsieg

Rotes Beben im CSU-Stammland. Mit knapp 90 Prozent der abgegebenen Stimmen hat der SPD-Bürgermeister Enrico Corongiu im erzkonservativen Mittenwald (Kreis Garmisch-Partenkirchen) seinen Rathaussessel verteidigt. Vor sechs Jahren musste er noch in die Stichwahl – jetzt hatte sein Gegner, der CSU-Kandidat und örtliche Bergwacht-Chef Heinz Pfeffer, keine Chance.

■ Sensation in Neufahrn?

Eine kleine Sensation könnte es bei der Stichwahl in zwei Wochen in Neufahrn (Kreis Freising) geben. Nach dem ersten Wahlgang liegt der CSU-Kandidat Ozan Iyibas mit 34,1 Prozent in Führung. Es wäre der erste muslimische CSU-Bürgermeister in Bayern. Sein Gegner: Christian Meidinger (Grüne).

■ Wimpernschlag-Finale

Denkbar knapp war die Wahl in Steinhöring (Kreis Ebersberg). Mit nur zwei Stimmen Vorsprung ist Christian Schächer (CSU) künftig Erster Bürgermeister. Amtsinhaberin Martina Lietsch (Freie Liste Steinhöring) kam zwar auch auf 50 Prozent der Stimmen – aber es waren zwei zu wenig.

■ Familienbande

In Wielenbach bei Schongau ist die Familie der Vize-Bürgermeisterin Christine Ulbrich künftig stärker im Gemeinderat vertreten. Nicht nur sie wurde wiedergewählt – auch ihre Söhne Johannes und Maximilian. Sie haben drei von vier CSU-Sitzen geholt. Im Stadtrat Fürstenfeldbruck sitzen drei Mitglieder der Familie Droth, darunter der gescheiterte OB-Kandidat Markus Droth (FW).

Artikel 1 von 11