Bayerns jüngste Wahl-Gewinner

von Redaktion

Jubel am Wahlabend: Der 27-jährige Jonas Gleich ist der neue Landrat in Kulmbach. Und der jüngste Landrat in ganz Bayern. © CSU Kulmbach

Augsburg/Kulmbach – Ein paar Stunden nach der Wahl erreicht die Obermaiselsteiner die erste Nachricht ihrer neuen Bürgermeisterin. Philine Blees bedankt sich über ihren Instagram-Kanal für das große Vertrauen. 89,5 Prozent der Stimmen hat die 27-Jährige bekommen. Sie ist die jüngste Bürgermeisterin in Schwaben.

Ob ihr Alter bei der Wahl eine Rolle gespielt hat, kann sie schwer einschätzen. „Im Wahlkampf war es kein großes Thema“, sagt sie. „Ich glaube aber schon, dass sich viele Wähler frischen Wind gewünscht haben.“ Ihr Amtsvorgänger Frank Fischer hat nicht mehr kandidiert, die 1000-Einwohner-Gemeinde im Allgäu hatte die Bürgermeisterstelle ausgeschrieben. Es gab zehn Bewerber, drei kamen in die engere Auswahl. Dann durften die Bürger abstimmen – und entschieden sich für Philine Blees. Sie hat ihre Wurzeln in der CSU, alle Kandidaten traten aber auf einer Einheitsliste an. Als einzige Kandidatin habe sie zwar mit einem guten Ergebnis gerechnet, sagt sie. Von den knapp 90 Prozent war sie aber überwältigt. „Ich bin sehr dankbar für das große Vertrauen.“

Noch wohnt Blees im 20 Kilometer entfernten Immenstadt und arbeitet als Social Media Consultant für ein Marketing-Unternehmen in München. Beides wird sich bald ändern. „Ich will so schnell wie möglich nach Obermaiselstein ziehen“, kündigt sie an. Als hauptamtliche Bürgermeisterin will sie vor Ort präsent sein und mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Aber schon in den vergangenen Monaten hat Blees viel Zeit dort verbracht. Sie hat alle öffentlichen Gemeinderatssitzungen als Zuhörerin verfolgt.

Bayernweit ist die 27-Jährige allerdings nicht die jüngste Bürgermeisterin. Julian Reil aus Inning am Holz (Kreis Erding) ist noch ein Jahr jünger als sie. Er erhielt 92,5 Prozent der Stimmen. Auch er hatte keinen Gegenkandidaten. Trotzdem war er überrascht, dass sein Ergebnis so gut war, sagt er. Für ihn ein Zeichen, dass auch junge Kandidaten willkommen sind. „Allerdings bin ich in der Gemeinde auch sehr bekannt“, sagt er. „Das Alter war wohl nicht entscheidend.“ Er hofft, dass es ihm als junger Bürgermeister gelingt, viele junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern. „Ich kann mich gut in dieses Alter einfühlen.“ Grundsätzlich will er aber ein Miteinander aller Altersgruppen fördern, betont er.

Vielen jungen Kandidaten ist außerdem der Sprung in ihren Stadt- oder Gemeinderat gelungen. Zum Beispiel dem 19-jährigen Landwirt Michael Bartels (CSU) in Erding, dem 19-jährigen Studenten Florian Haas (CSU) in Dachau oder der 20-jährigen Sophie Graßmann (Bündnis) in Karlsfeld. Auch die Saulgruber (Kreis Garmisch-Partenkirchen) haben einen sehr jungen neuen Bürgermeister bekommen: Bernhard Benedikt junior ist 34 und für die Wählervereinigung ins Rennen gegangen. In Landsberg am Lech ist das Rennen um den Landratsposten noch nicht entschieden, dort könnte es nach der Stichwahl eine junge Landrätin geben: Die 37-Jährige Daniela Groß (Grüne) holte 39,7 Prozent der Stimmen und liegt nur knapp hinter ihrem Herausforderer Thomas Eichinger (CSU).

In Kulmbach ist Jonas Gleich der Wahlsieg schon gelungen. Der 27-jährige CSUler hat Bayerns dienstältesten Landrat Klaus Peter Söllner abgelöst, der nicht mehr kandidiert hatte. Gleich hatte drei Gegenkandidaten, eine Stichwahl war deshalb wahrscheinlich. Doch er holte sich 51,2 Prozent der Stimmen und ist ab Mai der jüngste Landrat in Bayern.

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