Die Retter der DLRG waren in Bayern vergangenen Sommer häufig im Einsatz. © Scholz/dpa
München – Die Zahl der Badetoten ist in Bayern im vergangenen Jahr gestiegen – von 70 auf 84 Opfer. Die meisten von ihnen hatten ein höheres Alter: Mindestens 37 der 84 Toten waren über 60 Jahre alt. Allein in der Altersgruppe der 71- bis 80-Jährigen gab es 16 tödliche Unfälle. Oft ist die eigentliche Ursache ein gesundheitliches Problem wie ein Herzinfarkt oder Krämpfe.
Auch bei den jungen Ertrunken verzeichneten die Retter im vergangenen Jahr aber einen deutlichen Anstieg. Sechs Opfer waren unter zehn Jahren alt, weitere acht unter 20 Jahren – im Vorjahr hatte es in beiden Altersgruppen nur jeweils einen Todesfall im Freistaat gegeben.
Rund vier Fünftel aller Opfer in Bayern waren laut DLRG männlich. „Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Ältere überschätzten oft ihren Fitness- und Gesundheitszustand. Viele Menschen beachteten zudem einfachste Vorkehrungsmaßnahmen wie das Abkühlen an heißen Sommertagen nicht oder unterschätzten Gefahren wie den Schiffsverkehr in Flüssen. Kinder wiederum können laut DLRG oft schlicht und ergreifend nicht gut genug schwimmen. Die Hälfte aller Erstklässler hat demnach heutzutage nicht einmal das Seepferdchen-Abzeichen. Und auch ein Kind auf Seepferdchen-Niveau bleibt gefährdet: „Es kann sich im sicheren Wasser gut bewegen, aber es ist kein sicherer Schwimmer“, betonte DLRG-Präsidiumsmitglied Frank Villmow.
Laut DLRG starben deutlich mehr Menschen als im Vorjahr in Bayern in einem See: 47 Personen kamen dort zu Tode, 2024 waren es noch 24 gewesen. Schwerpunkte waren vor allem die Seen im Süden Oberbayerns, darunter Chiemsee, Starnberger See, Staffelsee und Eibsee. 25 weitere Menschen starben in einem Fluss – allein sieben in der Donau. Aber auch im Main, dem Inn oder der Isar ertranken mehrere Menschen. Bundesweit sieht der Trend etwas anders aus: Die Zahl der tödlichen Badeunfälle ist leicht zurückgegangen.DPA