Galeria am Rotkreuzplatz: Die Warenhauskette will die Mietverträge der Filiale neu verhandeln. © Achim Frank Schmidt
München – Droht Galeria am Rotkreuzplatz das Aus? Wie die Warenhauskette gestern bekannt gab, sollen die Mietverträge von insgesamt acht Standorten in Deutschland neu verhandelt werden – darunter auch die Filiale am Rotkreuzplatz. Galeria wolle dabei vorrangig auf niedrigere Mieten drängen. Die Gespräche laufen bereits, so das Unternehmen.
„Gelingt es nicht, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu finden, die allen Parteien eine langfristige Zukunft sichert, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen“, erklärte Galeria. Gleichzeitig betonte Philipp Kretzer, Chief Sales Officer von Galeria: Das Unternehmen wolle um jede Filiale kämpfen – vorausgesetzt, ein wirtschaftlich tragfähiges Modell könne umgesetzt werden.
Parallel dazu sind nun Pläne für einen möglichen Umbau des Gebäudes bekannt geworden. Demnach sollen die oberen Geschosse des Gebäudes zurückgebaut und höher neu errichtet werden. Gleichzeitig soll der Ladehof an der Pötschnerstraße mit einem Wohngebäude überbaut werden. Auch Hotel- und Büroflächen sollen entstehen. Nur die Untergeschosse und das Erdgeschoss sollen unverändert bleiben. Das geht aus einer Einladung an die Mitglieder der Stadtgestaltungskommission hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Diese soll sich nun damit beschäftigen, ob sich der Baukörper in die Umgebung einfügt. Aus der Einladung geht auch hervor, dass die „Genehmigungsfähigkeit“ noch geprüft werden müsse.
Eigentümer des Galeria-Gebäudes ist die OFB Projektentwicklung mit Sitz in Frankfurt am Main – sie ist eine Immobilienfirma der Helaba, der Landesbank Hessen-Thüringen. Diese hatte das Objekt vor über einem Jahr gekauft. Angeblicher Preis: 80 Millionen. Zuvor hatte es der Signa-Gruppe des österreichischen Pleitiers René Benko gehört. Nach dessen Insolvenz vor rund drei Jahren stand der Fortbestand des Warenhauses am Rotkreuzplatz schon einmal auf der Kippe.
Die OFB bestätigte auf Anfrage den Plan einer „umfassenden Neuentwicklung des Hauses“ zu einer gemischt genutzten Immobilie. Galeria selbst wollte sich dazu nicht äußern. Das Unternehmen verwies auf laufende Gespräche und teilte mit, es wolle keine „Spekulation“ kommentieren.LIM