MVV wächst bis ins Allgäu

von Redaktion

Weitere Vergrößerung geplant – Auch Altötting und Traunstein haben Interesse

München – Gerade erst sind Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Landshut beigetreten – doch das reicht noch nicht: Der Münchner Verkehrs- und Tarifsverbund (MVV) will weiter wachsen, dieses Mal Richtung Westen und Osten. Der Landkreis Ostallgäu und die kreisfreie Stadt Kaufbeuren haben beschlossen, den Antrag auf einen MVV-Beitritt zum 1. Januar 2027 zu stellen. Es geht noch weiter: Im Oktober haben sich die Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu mit Sonthofen und Bad Hindelang in einer Richtungsentscheidung ebenfalls für den Beitritt ausgesprochen.

Dazu kommt: Auch Traunstein will Beitrittsgebiet werden, berichtete MVV-Chef Bernd Rosenbusch bei der Vorstellung der MVV-Jahresbilanz. Eine Studie ist in Auftrag gegeben, Untersuchungen starten in diesen Wochen und sollen Ende des Jahres vorliegen. Nach dem Wechsel im Landratsamt – 2025 löste als neuer Landrat Andreas Danzer (FW) den CSU-Amtsinhaber ab – gab es einen Stimmungsumschwung, berichtete Rosenbusch. „Der jetzige Landrat ist sehr interessiert am MVV.“ Zudem ventiliert der Landkreis Altötting seine Möglichkeiten, dem MVV beizutreten. Dies könnte Anfang 2028 geschehen. Aus Sicht der Fahrgäste im Münchner Großraum ist die Erweiterung nur dann interessant, wenn man kein Deutschlandticket besitzt. Dann könnten für Einzelfahrkarten ins Allgäu oder etwa zur Wallfahrt nach Altötting die Preise sinken. Genaue Angaben dazu liegen bisher nicht vor. Die eigentlichen Profiteure der Erweiterungen sind vorwiegend die Bahn-Fahrer in den Beitrittsgebieten selbst. Beispielsweise dürften Fahrten in die Nachbarlandkreise spürbar günstiger werden.

Hingegen ist ein anderes Großprojekt vorerst vertagt: der Zusammenschluss des MVV mit dem Augsburger Tarifverbund AVV. „Das ist aufgeschoben“, erklärte Rosenbusch. Hintergrund ist, dass die Finanzierung nicht geklärt ist. Gelten im AVV die MVV-Tarife, dann entstehen dem Verbund und letztlich den Bahn- und Busunternehmen finanzielle Einbußen, sogenannte Durchtarifierungsverluste und die muss irgendjemand übernehmen. Die im AVV organisierten Landkreise sind dazu nicht allein bereit. Und das Angebot des Freistaats sei hier nicht ausreichend. „Es geht um einige Millionen pro Jahr“, sagte der MVV-Chef.DIRK WALTER

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