Rund 230 Lufthansa-Flüge sind wegen des Streiks gestern allein am Münchner Airport ausgefallen. © Malin Wunderlich
München – Der auf zwei Tage angelegte Pilotenstreik bei der Lufthansa hat an den Drehkreuzen München und Frankfurt hunderte Flüge ausfallen lassen. In Frankfurt waren es rund 400 von 1165 geplanten Starts und Landungen, in München 230 von 800 Flugbewegungen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind vor allem der Lufthansa zuzuordnen.
Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) berichtet von einer hohen Beteiligung der Beschäftigten an der bereits zweiten Streikwelle. Der Arbeitskampf verlaufe wirkungsvoller als erwartet, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro. So seien am Donnerstagvormittag mehr als 75 Prozent der bestreikten Kurzstreckenflüge und mehr als 70 Prozent der bestreikten Langstreckenflüge ausgefallen. Vor dem Streik hatte Pinheiro deutlich gemacht, dass die VC auch bei weniger Flugausfällen von einer ausreichenden Streikwirkung ausgehe.
Die nun genannten Ausfälle lägen deutlich über den von der Lufthansa angekündigten Quoten, was ein Unternehmenssprecher umgehend zurückwies: „Unser Programm findet so statt wie geplant.“ Die Fluggesellschaft hat zugesichert, dass an beiden Streiktagen mindestens die Hälfte der geplanten Lufthansa-Flüge stattfindet. Auf der Langstrecke sollten sogar 60 Prozent der Flüge starten. Hier werden die Flugzeuge häufig auch von Piloten geflogen, die bei der Lufthansa ins Management gewechselt sind, aber ihre Lizenz aufrechterhalten.
Der Flughafenverband ADV appellierte an die Tarifparteien, sich am Verhandlungstisch möglichst schnell zu einigen. Denn die Passagiere würden von den Streiks immer zuerst getroffen.DPA