Vom Chauffeur zum Bürgermeister

von Redaktion

Dominik Zeißner hat die Wahl gewonnen – der Bischof braucht nun einen neuen Fahrer

Ab jetzt Bürgermeister: Dominik Zeißner muss seinen Job als Chauffeur des Würzburger Bischofs aufgeben. © S. Jauernig

Wasserlosen – Dominik Zeißner hat die Bürgermeisterwahl in Wasserlosen im Landkreis Schweinfurt trotz zwei Gegenkandidaten auf Anhieb gewonnen. Der CSU-Politiker erhielt mit 55,1 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit. Und das hat auch Konsequenzen für den Würzburger Bischof Franz Jung. Denn Zeißner war sein Chauffeur. Der 40-Jährige berichtet, wie der Bischof die Nachricht aufgenommen hat, dass er sich einen neuen Fahrer suchen muss.

Hatten Sie damit gerechnet, die Wahl mit so deutlicher Mehrheit zu gewinnen?

Ich habe darauf gehofft. Bei drei Kandidaten war eine Stichwahl wahrscheinlicher. Aber ich hatte auf jeden Fall den Willen, das auf Anhieb zu wuppen.

Hat der Bischof Ihnen schon gratuliert?

Ja, gleich am Wahlabend um 19 Uhr hat er angerufen. Und er hat mir für Montag freigegeben. Das war gut, die Wahlparty ging bis 4.30 Uhr.

Wie hat Bischof Jung reagiert, als Sie ihm gesagt haben, dass Sie Bürgermeister werden wollen?

Wir haben das erste Mal im Sommer darüber geredet. Ich wollte unbedingt, dass er es von mir persönlich erfährt, deshalb habe ich um ein Gespräch gebeten. Er weiß, dass ich in Wasserlosen sehr bekannt bin. Deshalb hat er damit gerechnet, dass ich gewinnen könnte.

Wie lange bleiben Sie nun noch Chauffeur?

Meine Stelle ist bereits ausgeschrieben. Ab 1. April werde ich bereits viel im Rathaus sein, um mich auf das Amt vorzubereiten. Ich bin seit 18 Jahren Gemeinderat in Wasserlosen und war zuletzt auch dritter Bürgermeister. Trotzdem möchte ich mich gut vorbereiten.

War es im Wahlkampf ein Thema, dass Sie Chauffeur des Bischofs sind?

Es war sicher nicht wahlentscheidend. Aber die Leute fragen mich schon oft, was der Bischof macht. Und jetzt natürlich, wer ihn künftig fährt. Ich werde meinen alten Job ein bisschen vermissen. Vor allem die Treffen mit allen Bischofs-Fahrern aus ganz Deutschland – das ist immer wie ein großes Klassentreffen.

Was haben Sie sich als Bürgermeister vorgenommen?

Meine Heimatgemeinde liegt mir sehr am Herzen. Ich freue mich, noch mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen. Ich möchte den Menschen zuhören, präsent sein. Ich glaube, die wichtigen Themen kommen dann von ganz allein.

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