Zugunglück: Lokführer wird schwer verletzt

von Redaktion

Über drei Millionen Euro Schaden in Bayreuth

Einer der demolierten Dieselzüge. © Pia Bayer/dpa

Einsatzkräfte des THW und der Agilis Verkehrsgesellschaft untersuchen am Abend den Unglücksort. © Daniel Vogl/dpa

Bayreuth – Schon wieder sorgt ein Zugunglück in Bayern für Aufsehen. Am Mittwochabend um 18.41 Uhr stießen im Bayreuther Hauptbahnhof ein leerer, rangierender Zug und ein entgegenkommender Zug des Unternehmens Agilis zusammen. In dem Zug aus Bad Steben (Landkreis Hof) saßen 13 Fahrgäste und der Zugführer. In dem anderen Zug befand sich nur der Lokführer. Acht Erwachsene wurden verletzt. Der Lokführer des rangierenden Zuges erlitt schwere Verletzungen, schwebte aber nicht in Lebensgefahr.

Der Schwerverletzte und vier mittelschwer verletzte Menschen kamen ins Bayreuther Krankenhaus. Sieben Reisende blieben den Angaben zufolge unverletzt. Alle leicht Verletzten und die unverletzten Fahrgäste seien um 20.25 Uhr aus dem Zug gebracht worden, teilte die Bundespolizei weiter mit. Man habe die Sicherungsarbeiten abwarten müssen, um den sicheren Ausstieg gewährleisten zu können, erläuterte ein Sprecher. Der Lokführer wollte den leeren Zug zum Betanken rangieren. An beiden Zügen entstand laut Bundespolizei Totalschaden. Die Schadenshöhe ist immens: 3,4 Millionen Euro. Gleise oder Weichen wurden nicht beschädigt.

„Momentan ist es für uns nicht schlüssig, warum das passiert ist“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. So werde geprüft, ob der Lokführer des rangierenden Zuges seinen einfahrenden Kollegen übersehen hatte. Denkbar sei auch eine Signalstörung oder ein anderer technischer Fehler. Es müssten die Lokführer befragt werden, dazu die Fahrgäste und auch Augenzeugen, die das Geschehen vom Bahnhof aus beobachtet haben.

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth teilte mit, ein Ermittlungsverfahren werde geprüft. Die Stadt Bayreuth ist nicht an das Fernverkehrsnetz angeschlossen, da die Trassen nicht elektrifiziert sind. Am Morgen war der Zugverkehr wieder aufgenommen worden, weitgehend ohne Behinderungen. Die verunfallten Züge standen am Rand des Hauptbahnhofs, blockierten allerdings nicht mehr wichtige Gleise.MM/DPA

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