Investor Stefan Pfender (kl. Foto) will Vollgas geben und den Neubau bis spätestens Anfang 2029 fertig bekommen. © A. Schmidt, J. Hartmann
München – Lang hat’s gedauert, jetzt tut sich wieder was auf dem früheren Karstadt-Gelände am Nordbad, auch bekannt als „Schwabinger Loch“. Seit Sommer ruhten die Bauarbeiten zum neuen Quartierszentrum auf dem gut 6000 Quadratmeter großen Areal zwischen Elisabeth- und Winzererstraße, Wormser Straße und Schleißheimer Straße. Nun wird seit Ende Februar fürs Erste die schon zu 70 Prozent fertige Bodenplatte in der gigantischen Baugrube stabilisiert.
Im Mai oder Juni sollen die zwischenzeitlich abgebauten Kräne zurückkommen, dann könne die Arbeit an den Untergeschossen in Angriff genommen werden, erklärt Bauherr Stefan Pfender von der Firma Bono Schwabing GmbH & Co. KG im Gespräch mit unserer Zeitung.
Fest steht mittlerweile, dass in dem mehrstöckigen Gebäudekomplex – anders als ursprünglich geplant – auch Wohnungen untergebracht werden. Vorgesehen sei ein 50:50-Mix mit Gewerbefläche, so Pfender. Zusätzlich zu den 20 Prozent Nahversorgung, Restaurants und Kita. Möglich wurde die Planänderung erst durch eine Anpassung im Erbpachtvertrag, der eigentlich ein reines Geschäfts- und Bürohaus vorsah. Mehr als 200 Wohnungen könnten nun entstehen, zwischen 35 und 140 Quadratmeter groß.
Das massive Karstadt-Gebäude aus den 1960er-Jahren, das sich auf dem Westschwabinger Gelände einst befand, wurde bereits 2021 abgerissen, der moderne Nachfolgebau mit großen Fenstern, grünem Innenhof und einer Markthalle im Erdgeschoss sollte – eigentlich – längst stehen. Weil zunächst Teilbaugenehmigungen auf sich warten ließen und es dann nicht gelang, einen großflächigen Ankermieter zu finden, um die nötigen Kredite für das Projekt zu bekommen, mussten die Arbeiten vor rund zweieinhalb Jahren unterbrochen werden. Pfender peilt nun eine Fertigstellung Ende 2028, Anfang 2029 an. Dafür müsse man jetzt aber „Vollgas loslegen“.DAVID NUMBERGER