„Illegitimer Krieg“

von Redaktion

Kardinal Marx kritisiert USA und Israel

Mühldorf – Mit scharfen Worten hat Kardinal Reinhard Marx den Krieg im Nahen Osten kritisiert. Auf der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken in Mühldorf sagte der Münchner Erzbischof: „Es gibt keine Kriterien, die ich erkennen kann, die den Krieg Amerikas und Israels jetzt rechtfertigen.“ Krieg sei das schlimmste Übel, „er zerstört die Seelen und die Moral, der Preis ist hoch, gerade für die Zivilbevölkerung“. Marx nannte es fraglich, ob der Krieg wirklich eine Verbesserung der Verhältnisse bringe. „Nach den Kriterien der katholischen Soziallehre ist dies ein illegitimer Krieg, den wir nicht akzeptieren können“.

Der Kardinal warnte auch davor, die bisher gültigen Ordnungen in der Weltpolitik aufs Spiel zu setzen. Durch eine Neuordnung der Großmächte rücke die Verantwortung aller für den Planeten in den Hintergrund. „Vieles ist weg, wofür wir lange gekämpft haben.“ Damit dürfe man sich aber nicht abfinden: „Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, jetzt erst recht, da müssen wir dabei sein, auch als Kirche und als einzelne Bürger.“ Zugleich betonte Reinhard Marx auch die Bedeutung demokratischer Werte. Die Parteien der Mitte sollten einen vernünftigen Diskurs pflegen, mahnte er.CM

Artikel 2 von 11