Mordplan mit ChatGPT

von Redaktion

Mann tötet Arbeitskollegin – nach Beratungen mit KI

Mit Hand- und Fußfessel ins Gericht: Yanneck Z. am Montag beim Prozessauftakt in Schweinfurt. Er gestand, seine Arbeitskollegin getötet zu haben.

Schweinfurt – Er verschlang alles, was er über die vier schlimmsten Serienmörder der Geschichte finden konnte – dann kaufte sich Yanneck Z. (22) ein Messer und schritt selbst zur Tat.

Prozessauftakt gegen den Mörder aus den Überlandwerken Rhön: Am 1. Juli war der Industriekaufmann um 7.26 Uhr ins Büro seiner 59-jährigen Kollegin Daniela S. gelaufen und hatte sie binnen zehn Sekunden mit acht Stichen in Hals und Brust getötet.

„Sie hat mich nicht leiden können und ich sie nicht“, sagte der Angeklagte lapidar in seinem Geständnis vor dem Schweinfurter Landgericht am Montag. Doch die Staatsanwaltschaft glaubt, dass er zuvor wochenlang in seiner Heimatstadt Meiningen nach geeigneten Opfern gesucht hatte und sich schließlich am 24. Juni für seine verhasste Arbeitskollegin entschieden hatte.

Sehr aussagekräftig sind die Gespräche, die Z. mit ChatGPT führte, das auf seinem Handy installiert war. Zitat: „Ich habe einen Mord an meiner Arbeitskollegin geplant. Ich habe Mordlust. Ich denke schon mein ganzes Leben daran, jemanden zu töten.“

Berühmte Serienkiller waren seine Vorbilder

Nur fünf Tage vor der Tat in Mellrichstadt fragte er die Künstliche Intelligenz: „Welche Strafe bekomme ich als Serienmörder?“ Seine bevorzugten True-Crime-Helden nannte Yanneck Z. gestern selbst: Ricardo Ramirez („Night Stalker“, 17 Opfer), Jeffrey Dahmer (17 Opfer), Ted Bundy (30 Opfer) und John Wayne Gacy („Killer-Clown“, 33 Opfer).

Oberstaatsanwalt Markus Küstner nahm dem Angeklagten bloßen Hass als Motiv für den Mord auf Daniela S. nicht ab: „Sie haben sie abgeschlachtet.“ Er habe sich von der Tat „einen gewissen Lustgewinn“ erhofft und seine Gewaltvorstellungen als „schön“ empfunden. Mordmotiv Mordlust? Tatsächlich blieb die Befriedigung aber wohl aus. „Es war eine schreckliche Tat. Ich habe mich danach nicht besser gefühlt“, gab der Angeklagte zu.

Seine Bitte um Entschuldigung ließen zwei Kollegen, die Daniela S. zu Hilfe geeilt waren und selbst durch Messerstiche schwer verletzt wurden, unbeantwortet. Abteilungsleiter Volker S. (59) sagte nur: „Ich liege nachts wach und habe das Gesicht des Angeklagten vor mir, wie er auf Frau S. einsticht.“ Das Urteil wird am 14. April erwartet.

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