München – Viele Pflegebedürftige mit geringem Einkommen nehmen laut einer Studie ihnen zustehende staatliche Leistungen nicht in Anspruch. Der Pflegeexperte und Rechtswissenschaftler Thomas Klie kommt in der Studie im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbands zu dem Schluss, dass in der häuslichen Pflege weniger als 20 Prozent der Betroffenen ihre Ansprüche auf „Hilfe zur Pflege“ geltend machen.
„Hilfe zur Pflege“ können Pflegebedürftige mit zu wenig Einkommen zur Bezahlung der Pflege beim Sozialamt beantragen, wenn etwa die Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen. Laut der Studie kommt diese Hilfe bei den Menschen in Pflegeheimen viel stärker an. Rund 42 Prozent der rund 800.000 Pflegebedürftigen in Heimen haben sie zuletzt bekommen. Von den in Betracht kommenden 4,2 Millionen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad zwei bis fünf außerhalb von Einrichtungen seien es nur rund 76.000 gewesen, also nur 1,8 Prozent.
Nach Hochrechnung haben rund 390.000 der zu Hause gepflegten Menschen Anspruch auf die Sozialleistung. Doch laut der Erhebung kommen mehr als 300.000 Menschen ohne Hilfe zur Pflege aus, obwohl sie diese bekommen könnten. Der Paritätische Gesamtverband macht Unwissen, Scham oder ausbleibende Beratung dafür verantwortlich.DPA