DAS PORTRÄT

Vom Tellerwäscher zum Erfolgsgastronom

von Redaktion

Tsvyatko Petkov aus Berchtesgaden. © kp

Tsvyatko Petkov hat bereits eine Reihe von Betrieben aufgebaut. Seine Heimat Bulgarien hatte er mit 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau verlassen. Als Fußballer hatte er bereits Erfolge gefeiert. „Aber gearbeitet im klassischen Sinn hatte ich noch nie.“ In Deutschland versuchte er es weiter mit einer Karriere im Fußball, doch der Sport reichte nicht, um für seine Frau und die beiden Töchter zu sorgen. Also nahm er noch einen Nebenjob bei einer Fast-Food-Kette an. „Der wahre Anfang meiner beruflichen Karriere“, sagt er rückblickend. Als er drei Tage am Königssee Urlaub machte, verliebte er sich ins Berchtesgadener Land. Er und seine Frau entschieden, dort zu bleiben. Petkovs Deutsch war noch nicht gut, also begann er als Tellerwäscher. Bald übernahm er einen Keramikladen. Als der Umsatz nachließ, etablierte er dort im Sommer einen Stand mit thailändischen Eisrollen. Ein riesigen Erfolg! Und ein Beweis für ihn, dass er sich auf seinen Instinkt verlassen kann.

Am Jenner war Petkov als Skilehrer im Einsatz. Außerdem arbeitete an der Talstation im Jennerkaser. Dabei baute er sich das Netzwerk auf, das ihm später bei der Selbstständigkeit half. Der wohl bedeutendste Schritt in seiner Laufbahn war die Übernahme des renommierten Restaurants Akropolis. Dass ein Bulgare das einzige griechische Restaurant im Ort führt, mag ungewöhnlich erscheinen, doch für Petkov ging ein Traum in Erfüllung. Die ehemaligen Besitzer arbeiten weiterhin für ihn in der Küche und kochen mit derselben Leidenschaft wie früher. „Ich lege meinen Fokus auf den Service und die Zufriedenheit der Gäste.“ Das funktioniert gut. So gut, dass er den nächsten Schritt wagte: Am 9. Mai übernimmt er zusätzlich die Gastronomie im Schornbad, dem Freibad in Schönau. „Ich werde das Konzept anpassen, damit es perfekt zum Schwimmbad passt“, verspricht er.

In der Hochsaison koordiniert Petkov mittlerweile 15 Festangestellte und eine Vielzahl an Aushilfskräften. „Ich brauche jetzt zwei, drei Jahre sehr gute Organisation, dann hat sich alles eingespielt“, sagt er. Stillstand ist für ihn keine Option. Seine Familie sorgt für den dringend nötigen Ausgleich. Er unterstützt seine zehnjährige Tochter intensiv bei ihrer Karriere im Ski-Leistungssport. Und auch seine Siebenjährige feiert dank seiner Hilfe auf der Piste erste Erfolge.KILIAN PFEIFFER

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