Deutschlands letzter Gletscherlift ist Geschichte

von Redaktion

Ende einer alpinen Ära: Der Schneefernerkopflift auf der Zugspitze wurde gesprengt. © GUELLAND/AFP

Garmisch-Partenkirchen – Der 20. März 2026 ist nicht irgendein Tag in Deutschlands höchstgelegenem Skigebiet auf dem Zugspitzplatt. Um 17.31 Uhr passiert, was eigentlich keiner will, aber auch nicht mehr zu verhindern war: Der Schlepplift auf dem Nördlichen Schneeferner, einem der letzten Gletscher Deutschlands, wird gesprengt. Genauer gesagt sind es die zwei 20 Millimeter dicken Halteseile, die durch die kleine Explosion gekappt werden.

„Heute endet eine Ära“, sagt Laura Schaper im Vorfeld. Um die Pressesprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) haben sich gut 20 Medienvertreter versammelt. Unter ihnen liegt er, der Schneefernerkopflift. Alle wollen sie ihn erleben – den Moment, der einen Einschnitt im Skigebiet in über 2500 Metern Höhe markiert. „Da ist viel Wehmut dabei“, sagt BZB-Chef Anton Huber.

Seit der Saison 2024/2025 steht der Schlepplift, der 1967 in Betrieb ging, still. „Technisch war es nicht mehr möglich, den Lift in Betrieb zu halten.“ Schaper spricht von einem „ernsten Tag“. Einem, der die Konsequenzen des Klimawandels schonungslos aufzeigt. Die Sprengung ist nur ein Etappenziel. Schrittweise wird die Anlage in den kommenden Tagen und Wochen in ihre Einzelteile zerlegt. Auch Tal- und Bergstation werden abgebaut.

Gegen 17 Uhr wird es ernst. An der Bergstation sind zwei Menschen in neongelben Jacken zu sehen. „Die Sprengmeister“, erklärt Martin Hurm, Geschäftseinheitsleiter der Zugspitze. Nur etwas mehr als 400 Gramm wiegen die zwei Sprengladungen an der Bergstation. Genug, um die tonnenschweren Stützen zu Boden zu bringen. Um 17.28 Uhr ertönt eine laute Sirene. Noch zwei Minuten. Dann der Knall. Deutschlands letzter Gletscherlift fällt in sich zusammen.TOBIAS SCHWANINGER

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