Sticht die ersten Stangen: Bei Johannes Tiefel aus Fürth hat die Spargel-Ernte schon begonnen. © Daniel Karmann/dpa
München – Einige bayerische Betriebe ernten schon Spargel. So richtig los geht‘s aber im April. Wie die Ernte wird? Das weiß man noch nicht, sagt Claudia Westner vom Spargelerzeugerverband Südbayern. Sie und ihre Kollegin aus Franken, Miriam Adel, informieren rund ums Gemüse der Könige.
Was braucht der Spargel?
Im Winter ausreichend Niederschläge gab es, das ist schon einmal gut, sagt Adel. Aber: „Der Hauptfaktor ist das Wetter von April bis Juni. Es darf nicht zu heiß sein, aber auch nicht zu kalt.“ Noch wichtiger als Wärme ist Sonnenschein, gerade am Anfang der Saison – damit sich die 40 Zentimeter hohen Dämme erwärmen, so Westner. Der Boden muss sich auf zwölf Grad erwärmen.
Wie läuft das Geschäft?
Laut Landesamt für Statistik wurden 2025 auf 3292 Hektar Spargel angebaut. Damit ist die Fläche seit 2018 kontinuierlich zurückgegangen. Die Erntemenge lag bei gut 20.700 Tonnen und damit seit langer Zeit wieder höher als in den Vorjahren. 2018 betrug die Erntemenge fast 23.400 Tonnen und war seitdem stetig gesunken.
Wo ist das größte Gebiet?
Das liegt in Oberbayern und Schwaben, primär rund um Schrobenhausen. Dort erzeugen 48 Betriebe auf 680 Hektar den „Schrobenhausener Spargel“. Weitere wichtige Anbaugebiete: Franken und rund um Abensberg und Straubing.
Wer erntet das Gemüse?
Westner sagt: „Es ist immer schwieriger geworden, gute Leute zu bekommen und diese die ganze Saison zu halten.“ Zwar gebe es erste Versuche mit Erntemaschinen, die zwischen langen und kurzen Stangen selektieren können. Aber die sind noch nicht serienreif und bei großen Flächen überfordert.
Was macht zu schaffen?
Spanien oder Griechenland können günstiger anbauen und verkaufen. Stichwort Mindestlohn: Gerade erst hat ein Bündnis aus dem Agrarbereich gefordert, ihn im Bereich der Saisonarbeitskräfte (fast alle kommen aus Osteuropa) aufzuweichen.
Weiß oder grün?
Zu 90 Prozent bevorzugt der Bayer weißen Spargel, aber der grüne liegt im Trend. Ein Grund: In Sozialen Medien gibt es viele Gerichte mit dieser Variante.
Was ist für Bauern ideal?
Wird es zu schnell warm, beschleunigt das zwar das Wachstum der Pflanzen, das kann aber zu einer Überproduktion und damit fallenden Preisen führen. Am besten sind wettertechnisch die mittleren Jahre.
Was kostet das Gemüse?
Bestandsaufnahme am Freitag auf dem Münchner Viktualienmarkt, wo sechs Standl das Gemüse im Sortiment haben. Das Kilo Schrobenhausener kostet von ca. 24 über 36 Euro bis zu fast 60 Euro. Günstiger wird‘s beim Nachbarspargel aus Bruchsal (Baden-Württemberg) für 24 Euro.