Gestern beschlossen Klara, Agnes und ich, den Müll auf der Wiese am See einzusammeln und in den Abfalltonnen im Bauernhof zu entsorgen. Aber als wir dann alles trennen wollten in Restmüll und Verpackungsmüll, stellten wir fest, dass in die Gelbe Tonne kaum noch etwas hineinpasste.
„Die Tonne wird scheinbar nur 14-tägig geleert“, schnatterte Klara und Agnes schlug sich mit dem Flügel vor die Stirn. „Auweia, Klara, da waren gleich zwei dicke Fehler in einem Satz! Zunächst mal das Wort scheinbar: Es bedeutet, dass etwas nur den Anschein hat, so zu sein, in Wirklichkeit aber anders ist. Wenn du sagst, der Müll ist scheinbar voll, heißt das, dass es nur den Eindruck macht, dass er voll ist, aber in Wahrheit ist er es gar nicht.“
„Nein, das wollte ich doch gar nicht quaken!“, warf Klara ein. „Genau“, nickte Agnes, „du wolltest sagen, dass der Müll allem Anschein nach, also anscheinend, voll ist. Anscheinend drückt aus, dass etwas so ist, wie es auch zu sein scheint.“
„Okay, das habe ich verstanden“, quakte Klara. „Aber was war noch falsch in dem Satz?“
„Es gibt einen Unterschied zwischen 14-tägig und 14-täglich. Zusammensetzungen mit ‚-tägig‘ beziehen sich auf die Dauer, solche mit ‚-täglich‘ auf das Intervall, also den Abstand. Eine Sache, die ‚ganztägig‘ ist, dauert den ganzen Tag an; etwas, das ‚täglich‘ passiert, geschieht jeden Tag. Eine 14-tägige Reise dauert zwei Wochen. Eine 14-tägliche hingegen findet aber regelmäßig alle zwei Wochen statt. Kapiert?“
Eure Paula