Carsten Träger im Plenum.
Fürth – Seinen letzten Beitrag auf Instagram hat er am Freitag veröffentlicht, es ging um eine Debatte im Bundestag zur Modernisierung des Umweltrechts. Am Tag darauf verstarb der Fürther SPD-Politiker Carsten Träger. Nach Informationen der „Bild“ hatte er einen Unfall beim Skifahren. Laut den „Nürnberger Nachrichten“ war der SPD-Politiker in Tirol auf der Piste unterwegs, als er den Zusammenbruch erlitt, und wurde ins Klinikum Innsbruck gebracht, wo er verstarb. Der 52-Jährige war Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium von Carsten Schneider (SPD).
Die Bestürzung bei seinen Weggefährten ist groß. „Die BayernSPD verliert mit ihm einen prägenden Sozialdemokraten, der unsere Partei über Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft, Haltung und klarem Wertekompass gestaltet hat“, teilt die Partei am Sonntag mit. „Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Frau Claudia, seinen beiden Töchtern und seiner gesamten Familie.“
Carsten Träger, seit 30 Jahren Mitglied der Bayern-SPD, war im vergangenen Bundestagswahlkampf Spitzenkandidat. Als Bundestagsabgeordneter, als Vorsitzender der BayernSPD-Landesgruppe oder zuletzt als Staatssekretär habe er Verantwortung übernommen, wo sie gebraucht wurde. Die Landesvorsitzenden Ronja Endres und Sebastian Roloff erklärten, Träger sei „für viele von uns weit mehr als ein Kollege“ gewesen – „er war Freund, Ratgeber und Vorbild“.
Auch das politische Berlin trauert. Für den Bundestag wurde Trauerbeflaggung angeordnet, teilte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) am Sonntag mit. Sie zeigte sich von Trägers Tod „tief betroffen“. Ab Montag sollte außerdem für eine Woche ein Kondolenztisch aufgestellt werden. „Am Mittwoch wird der Bundestag Herrn Träger im Plenum gedenken“, kündigte sie an. „Wir sind tief erschüttert“, erklärte auch SPD-Fraktionschef Matthias Miersch. „Sein Tod reißt eine Lücke, die nicht zu füllen ist.“ Auch die Unionsfraktion kondolierte in einem Post bei X.
Zu einer möglichen Nachfolge im Bundestag äußerte sich die SPD nicht und bat darum, zunächst der Trauer Raum zu geben. „Alles Weitere werden wir zu gegebener Zeit gemeinsam in unseren Gremien beraten“, hieß es.DPA/CAZ