Eine Feldspitzmaus. © imago
Erding – Ein Mensch aus dem Landkreis Erding hat sich mit dem gefährlichen Bornavirus infiziert. Die Krankheit ist sehr selten, endet aber fast immer tödlich. Noch ist nicht bekannt, wie es der betroffenen Person aktuell geht. Das Landratsamt informierte gestern Vormittag über die Infektion. Das dortige Gesundheitsamt arbeitet bei der Untersuchung der Infektionsursache mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zusammen.
Ursprünglich war das Borna-Virus als Erreger einer Tierseuche bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren bekannt, erst 2018 wurde sie als Ursache schwerer Gehirnentzündungen beim Menschen identifiziert. Seit März 2020 gibt es in Deutschland eine Meldepflicht. Jährlich werden weniger als zehn Fälle in ganz Deutschland gemeldet. Die meisten davon aber in Bayern. Im Kreis Mühldorf waren drei Menschen erkrankt, davon waren zwei Kinder. Alle drei starben. In Pfaffenhofen an der Ilm haben sich vor knapp einem Jahr zwei Männer infiziert, auch sie überlebten nicht. Im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz starb im Herbst eine 57 Jahre alte Person an dem Virus.
Das Virus kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Als Virusträger gilt vor allem die Feldspitzmaus. Sie scheidet das Virus über Kot, Urin und Speichel aus, erkrankt selbst jedoch nicht. Menschen können sich durch Kontakt mit den Mäusen oder deren Ausscheidungen infizierten. Oft waren Menschen von Infektionen betroffen, die an Ortsrändern leben. Die Behörden warnen: Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Maske getragen werden. Bei Arbeiten mit möglichem Kontakt zu Ausscheidungen von Spitzmäusen, insbesondere bei Staubentwicklung, etwa beim Kehren von Schuppen mit Spitzmausbefall, wird das vorsorgliche Tragen von FFP2- oder FFP3-Masken empfohlen.PIR