Neulich besuchten wir die Hühner. „Die hatten kaum Zeit für uns“, schnatterte Agnes, „bald ist Ostern, die Hennen sind fleißig am Eierlegen.“ Agnes war in ihrem Element. „So ein Ei ist ein kleines Wunderwerk, und wie es entsteht, ist nicht weniger faszinierend.“ Agnes schob sich ihre Brille zurecht und holte tief Luft. „In jeder Henne gibt es von Natur aus viele kleine Eizellen. Die reifen im Eierstock zu sogenannten Dotterkugeln heran. Ist der Dotter groß genug, wandert er in den Eitrichter. Das wäre jetzt der Zeitpunkt, an dem das Ei befruchtet werden könnte, dann würde aus dem gelegten Ei nach circa drei Wochen ein Küken schlüpfen. Ob mit oder ohne Befruchtung, der Dotter bewegt sich nun weiter durch den Eileiter, wo sich ein Häutchen um ihn bildet. Zusätzlich sondern die Drüsen des Eileiters ein wässriges Sekret ab, das Eiklar. Da das Ei spiralförmig durch den Eileiter wandert, sich also immer wieder dreht, wird das Eiklar gleichmäßig aufgetragen. Ist der Dotter mit ausreichend Eiklar ummantelt, bilden sich die sogenannten Hagelschnüre, die dafür sorgen, dass der Dotter in der Mitte des Eis bleibt und nicht zu sehr herumgeschüttelt wird. Zum Ende des Eileiters hin wird das Gesamtpaket noch mit einer stabilen, flexiblen Schicht umhüllt, der sogenannten Schalen- bzw. Eihaut. Kurz bevor es nun in Richtung Ausgang geht, muss noch die harte Schale um das Ei gebaut werden. Ein Prozess, der in der Kalkkammer stattfindet und rund 17 Stunden in Anspruch nimmt.“ Eure Paula