Russische Spionage in Bayern?

von Redaktion

Zwei mutmaßliche Spione in NRW und Spanien gefasst – Zielperson wohl im Freistaat

Die Bundesanwaltschaft ermittelt. © Deck/dpa

Karlsruhe – Ein Mann aus Deutschland, der Drohnen und dazugehörige Bauteile in die Ukraine liefert, soll ins Visier mutmaßlicher Russland-Spione geraten sein. Die Bundesanwaltschaft hat in Rheine in Nordrhein-Westfalen eine 45 Jahre alte Rumänin und im spanischen Elda einen 43-jährigen Ukrainer festnehmen lassen. Sie sollen die Zielperson im Auftrag eines russischen Geheimdienstes ausspioniert haben, teilte die Behörde mit. Nach Informationen von ARD-Hauptstadtstudio und SWR handelt es sich bei dem Ausgespähten um einen Geschäftsmann aus Niederbayern.

Die Bundesanwaltschaft wirft beiden Festgenommenen mutmaßliche geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Unter anderem das Bayerische Landeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz sind in die Ermittlungen involviert.

Der Ukrainer soll den Angaben zufolge ab Dezember 2025 den Mann ausgespäht haben. „Dazu sammelte der Beschuldigte im Internet Informationen und fertigte Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz des Betroffenen an“, hieß es.

Als er nach Spanien zog, soll die Frau spätestens ab März 2026 seinen Auftrag übernommen haben. Sie habe die Privatadresse des Mannes aufgesucht und Filmaufnahmen mit dem Mobiltelefon gemacht, teilte die oberste deutsche Anklagebehörde mit. „Die Ausspähaktionen dienten mutmaßlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson.“

Beide Festgenommene sind laut der Bundesanwaltschaft dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Die Frau soll an diesem Mittwoch einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Dieser entscheidet darüber, ob die 45-Jährige in U-Haft kommt. Der festgenommene Mann muss zunächst noch aus Spanien nach Deutschland überstellt werden.

Die Bundesanwaltschaft hat in der Vergangenheit mehrfach mutmaßliche Spione mit russischem Auftrag festnehmen lassen. Auch laufen Gerichtsverfahren. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz deutlich verschärft. Eine Mischung staatlicher, staatlich gesteuerter sowie privater Akteure prägt demnach die nachrichtendienstliche Bedrohungslage durch Russland.

Beobachtet wird laut Verfassungsschutz zudem eine Strategie russischer Akteure, für Spionage- oder Sabotageaktionen Personen aus dem kleinkriminellen Milieu anzuwerben. Hintergrund ist nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden, dass klassische Geheimdienstoperationen durch Sanktionen und die erhöhte Wachsamkeit westlicher Dienste schwieriger geworden sind.DPA

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