von Redaktion

Wir waren gestern im Saal des Gasthauses am See gewesen, wo sich jedes Jahr Zweibeinerinnen zum Binden der Kräuterbuschen treffen. „Ach, schaut mal, wie viele Zweige sie mitgebracht haben“, quakte Klara begeistert und lief an den Tischen entlang. „In jedem Palmbuschen sollen Zweige von sieben verschiedenen Pflanzen stecken, das hat uns Benedicta gegackert“, schnatterte sie fröhlich weiter. „Könnt ihr euch erinnern, warum?“ „Weil Gott in sieben Tagen die Welt erschaffen hat“, quakte ich, „so steht es in der Bibel.“

Waldemar deutete auf Buchenzweige mit dürren Blättern. „Die sehen aber traurig aus“, brummte er. „Das hat aber eine Bedeutung“, quakte ich. „Die vertrockneten Blätter sollen die Zweibeiner daran erinnern, dass die irdischen Dinge vergänglich sind. Aber schau hier, der Buchsbaum ist ein Symbol des Lebens, und der Efeu steht für Ewigkeit und Treue.“ Auf einem Tisch lagen Zweige mit Palmkätzchen, die eigentlich in jedem Palmbuschen zu finden sind, wie uns Benedicta gegackert hatte. Sie stehen für Auferstehung und Neubeginn, was zu Ostern sehr gut passte. „Manche Zweibeiner binden die Palmbuschen an einen Stock aus Haselnuss oder Holunder. Haselnuss für Weisheit und Fruchtbarkeit, Holunder als Schutz- und Heilpflanze. Und dann sind da noch die Farben der Stoffbänder“, schnatterte Klara, „weiß ist ein Symbol für Auferstehung und die Unschuld Christi, rot für sein Blut, und grün ist die Farbe der Hoffnung.“

Eure Paula

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