Bayerns FDP-Chef tritt ab

von Redaktion

Umbruch: Michael Ruoff gibt beim Parteitag sein Amt nach nicht mal einem Jahr ab

München – Die Rücktrittswelle in der FDP geht weiter: Nun gibt auch der bayerische Vorsitzende Michael Ruoff sein Amt ab. „Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen“, teilte er am Freitag mit. Er habe das Amt in einer für den Landesverband herausfordernden Phase übernommen – organisatorisch, politisch und inhaltlich. „Ich habe mich aus persönlichen Gründen entschieden, mein Amt auf dem kommenden Landesparteitag zur Verfügung zu stellen.“

Auf Nachfrage wollte sich Ruoff nicht genauer zu den Gründen für seinen Rückzug nach nicht mal einem Jahr äußern. Die Erfolgslosigkeit der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen und der daraus resultierende Rücktritt der FDP-Führung im Bund sei aber nicht die Ursache: „Es lag auch nicht an der Situation in Bayern. Wir als FDP haben bei den Kommunalwahlen zufriedenstellend abgeschnitten und unsere Position in München behauptet.“ In Umfragen kam die FDP vorher nur noch auf ein Prozent.

Der Vater von fünf Kindern und Anwalt für Wirtschaftsrecht war umstritten in der FDP, galt als zu unbekannt und farblos. In die Kritik war er parteiintern auch geraten, weil er einen vulgären Auftritt des liberalen Landratskandidaten von Freising beim Politischen Aschermittwoch in Dingolfing nicht verhindert hatte. Tobias Weiskopf hatte als „Einheizer“ den designierten FDP-Generalsekretär Karl Graf von Stauffenberg im Saal mit den Worten angesprochen: „Ein Stauffenberg ist im Raum, das kann in Bayern immer ein bisschen gefährlich sein. Oh, der zündet nicht richtig, aber das war damals schon so.“

Wie aus Parteikreisen verlautet, spielt nun eben jener Karl Graf von Stauffenberg mit dem Gedanken, für den Landesvorsitz zu kandidieren. Möglicherweise wird er aber nicht der einzige sein, der seinen Hut in den Ring um die Führung der Liberalen in Bayern wirft.MANFRED OTZELBERGER

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