Zeichen der Solidarität: 3000 München kamen für Collien Fernandes zum Königsplatz. © Felix Hörhager/dpa
München – Luna Sahling von der Grünen Jugend ist die Freude anzusehen, als sie auf dem Königsplatz die Besucher zur Demo „Solidarität mit Collien Fernandes“ begrüßt. Die 44-jährige Schauspielerin beschuldigt ihren Ex-Mann Christian Ulmen, mit ihrem Gesicht falsche Profile mit gefälschten Bildern und gefälschten Sex-Filmen erstellt zu haben. Überall in Deutschland solidarisieren sich Menschen mit ihr. Auch in München versammelten sich trotz schlechten Wetters 6000 Menschen um die Bühne. Unter ihnen auch der neue Oberbürgermeister Dominik Krause. „Collien Fernandes ist ein Gesicht für ein ganzes System der digitalen sexualisierten Gewalt“, rief Sahling. Besucher der Demo forderten auf ihren Plakaten von der Politik, etwas gegen sexualisierte Internet-Gewalt zu unternehmen.
„Das Erstellen und die Verbreitung von Deepfakes muss verboten werden“, forderte Katharina Schulze, Fraktionschefin der Grünen im Landtag. „Außerdem müssen die großen Plattformen in die Pflicht genommen werden. Sie müssen illegale Inhalte schneller entfernen und ihre Algorithmen offenlegen.“
„Eine Frau im Internet anzugreifen ist viel einfacher, als in der Realität“, sagen Tanja Plach (56) und Alexandra Kugge (56), die die Demo besuchten. Der 21-jährige Kilian Haag glaubt: „Das Thema ist bei Männern noch gar nicht angekommen. Dabei sind Männer, die digitale Gewalt schweigend akzeptieren, mit Schuld an dem Problem.“ISABEL WINKLBAUER