Mordurteil nach der Tat vom September 2024. © Löb/dpa
Schon 2024 war die Polizei im Großeinsatz. © news5
Abgeriegelt: Polizisten stehen hinter einem Absperrband vor dem Haus in Pommelsbrunn, in dem die drei Toten gefunden wurden. © Lars Haubner/dpa
Pommelsbrunn – Grüne Waldhügel, aus denen weiße Jurafelsen spitzen, Fachwerkhäuser, eine barocke Zwiebelkuppelkirche und glasklare Bäche. Die 5242 Einwohner zählende Gemeinde Pommelsbrunn im Nürnberger Land ist eine Bilderbuchidylle. Fast unvorstellbar: Hier ist innerhalb weniger Jahre zum zweiten Mal eine schreckliche Bluttat geschehen.
Ein Zahnarzt (51), seine gleichaltrige Ehefrau und die zehnjährige Tochter wurden am Sonntag tot in ihrem Einfamilienhaus aufgefunden. Laut Polizei handelt es sich um ein Tötungsdelikt, eine „vierte Person“ scheide als Täter aus. Wer als Täter infrage kommt und wie die Familie zu Tode kam, möchte die Polizei erst nach einer Obduktion mitteilen, die am heutigen Dienstag stattfinden soll. Es ist die zweite Bluttat innerhalb weniger Jahre: Im September 2024 hatte ein 50 Jahre alter Mann seine Frau aus Eifersucht getötet. Er wurde im verganenen Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt.
Eine Zeugin hatte am Sonntagvormittag eine der Leichen von außen gesehen und die Polizei verständigt. Die fand die drei Toten anschließend im Gebäude. Das Entsetzen in der Gemeinde ist groß: „Wir sind alle zutiefst erschrocken und erschüttert“, erklärt der Pommelsbrunner Bürgermeister Armin Haushahn (FW) gegenüber unserer Zeitung. Dass innerhalb weniger Jahre in der Gemeinde eine zweite Bluttat geschah, sei wohl „ein schrecklicher Zufall“. „Beide Taten sind auf ihre Art und Weise erschütternd und die Betroffenheit ist groß.“
An den Lebensumständen könne es nicht liegen. „Wir sind eine große, lebenswerte Gemeinde. Den Leuten geht es gut und man ist schnell in der Großstadt.“ Viele Menschen seien aus dem Großraum Nürnberg zugezogen. „Wir sind aber immer noch eine Landgemeinde mit einem regen Vereinsleben, Dorffesten, Geschäften und Ärzten.“ Zum konkreten Fall möchte sich Haushahn nicht äußern. „Wenn so etwas passiert, ist der Grund allein im Gedankengut der Täter zu suchen, man kann in keinen Menschen hineinschauen.“
Die evangelische Pfarrei Högenbach-Hirschbachtal plant eine Andacht. „Wir werden am Dienstag ab 14 Uhr in der Kirche und im Gemeindehaus mit mehreren Geistlichen für die Menschen da sein und für die Toten beten“, kündigt Diakon Jens Albrecht an. „Es wird auch ein Programm für die Kinder geben.“ Das Schulamt plant für den ersten Schultag nach den Ferien an der Schule des toten Mädchens eine psychologische Betreuung.JOHANNES WELTE