von Redaktion

Viele Zweibeiner verbinden den Karfreitag mit einer Tradition, die Agnes, Klara, Waldemar und ich federnah miterleben konnten, als bei uns ein neuer Kreuzweg eröffnet wurde. „Das ist ein Weg, an dem an Stationen der Leidensweg von Jesus dargestellt wird, als er gekreuzigt wurde“, hatte uns Benedicta, das ehemalige Pfarrers-Huhn, gegackert. „Die Stationen sind meistens Bilder, auf denen zu sehen ist, was damals passiert ist. Die erste Station zeigt, wie Jesus verurteilt wird, dann sieht man, wie er das Kreuz trägt und mehrmals hinfällt, die letzte Station zeigt, wie seine Leiche ins Grab gelegt wird.“

Wir watschelten hinter den Zweibeinern den Kreuzweg und betrachteten die Bilder der Stationen. „Schön gemalt sind sie ja“, quakte Klara, „aber was drauf zu sehen ist, macht keine gute Laune.“ „Es ist ja auch der Leidensweg von Jesus“, schnatterte Agnes. „Schon schlimm, dass die Zweibeiner zu Jesus so böse waren“, brummte Waldemar.

Als der Kreuzweg zu Ende war, fühlten wir vier uns richtig traurig. Wir besuchten Dr. Berta Raspelzahn, denn wir wollten jemandem von dem Kreuzweg erzählen. Berta hörte uns aufmerksam zu. Dann verwunderte sie uns, denn sie sagte: „Es macht mich sehr froh, dass ihr traurig sein könnt.“ Klara sah sie mit großen Augen an. „Du bist froh, dass wir traurig sind?“ „Es zeigt mir, dass ihr Mitgefühl habt“, sagte Berta, „dass es euch nicht egal ist, wenn es anderen schlecht geht. Und das macht mich froh.“

Eure Paula

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