Marx: Hoffnung auf bessere Welt ist nicht naiv

von Redaktion

Trotz Krieg und Krisen – Bayerische Bischöfe setzen in ihren Osterbotschaften auf Zuversicht

München – „Eine bessere Welt ist möglich“: Der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Christian Kopp rufen zu Ostern die Menschen zu Zuversicht und Hoffnung auf – „trotz einer vielfach von Gewalt und nationalistischen Interessen geprägten politischen Lage“, wie Marx in seiner Osterbotschaft erklärt. Die Menschen sollten sich im Engagement für Frieden, Solidarität und eine gerechte Gemeinschaft aller Menschen nicht entmutigen lassen. „Ostern unterstreicht sehr deutlich, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt kleine naive Träumerei ist, denn es geht um eine realistische Hoffnung“, so der Kardinal. Wenn die Gesellschaft sich weiter verrenne in Eigeninteressen, in den Egoismus bestimmter Gruppen, in die Blasen von Hass und Verschwörungstheorien, „dann wird die Welt bedrohlicher und gefährlicher“.

In heutigen Debatten heiße es oft, man müsse in der Realität ankommen, die Welt sei nun mal bestimmt von Gewalt und klaren Interessengegensätzen, die von großen und kleinen Mächten rücksichtslos durchgesetzt würden. Dagegen stellt Marx die österliche Botschaft sowie die Kraft von Menschen, die Frieden stiften und sich der Gerechtigkeit und dem Frieden verpflichtet fühlten.

Für den evangelischen Landesbischof Kopp ist der christliche Glaube nicht bloß Hoffnung auf bessere Zeiten, sondern gründe in einem radikalen Einschnitt: „Christus ist auferstanden.“ Christen protestieren gegen die Verzweiflung. Leben und Tod von Jesus Christus eröffnen neue Perspektiven für die ganze Welt. Gewalt, Krieg und Tod hätten nicht das letzte Wort. „Wir erleben eine Welt voller Widersprüche und oft auch voller Hoffnungslosigkeit. Doch Gott setzt dem mit Ostern ein klares Nein entgegen“, so Christian Kopp. Gott widerspreche allem, was Menschen für endgültig halten. Mit der Auferstehung werde sichtbar: Die Macht wechselt die Seite. Das Leben setzt sich durch. Mit Ostern lebt es sich anders: weniger endgültig, zugleich hoffnungsvoller und offener für Veränderung. „Gott hat längst begonnen, die Welt zu erneuern“, sagt Kopp und ruft dazu auf, an Ostern die Schönheit des Lebens zu feiern.CM

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