Viele Einsätze auf Schampus-Party

von Redaktion

3000 Gäste feiern am Tegernsee: Körperverletzungen und ein Angriff auf Polizisten

Feiern bei Sonnenschein: Bei 3000 Gästen hatte die Polizei viel zu tun. © Klaus Wiendl

Bad Wiessee – Am Ostersonntag hat Wirt Christoph von Preysing wieder zum alljährlichen „Champagner-Massaker“ nach Bad Wiessee im Kreis Miesbach geladen. 3000 Menschen feierten bei Kaiserwetter auf dem Areal seines Fischereibistros Mai Liabba. Preysings Partys sind bekannt für den immensen Umsatz von Fisch, Hummer und Champagner. Unter anderem standen zu Ostern von Currywurst mit Pommes für 11,50 Euro über Garnelen-Pfanne für 49 Euro bis zur spritzigen „Standard Bottle“ (0,75 Liter) für 1499 Euro auf der Speisekarte. Das Ticket kostete im Vorverkauf 28 Euro, dazu kam ein Mindestumsatz von 150 Euro pro Person. Bei reservierten Tischen lag dieser bei 450 Euro pro Person.

Die Bilanz der Polizei zur Mega-Fete fällt ernüchternd aus. Neben Beleidigungen, Hausfriedensbrüchen und Körperverletzungen sei es auch zu einem „tätlichen Angriff“ gegen Polizeibeamte gekommen, bilanziert Bad Wiessees Inspektions-Chef Thomas Heinrich. „Es wurden vier Personen fest- sowie drei in Gewahrsam genommen.“ Ein Teil „durfte auch die Arrestzellen mit Leben füllen“. Zudem wurden 26 medizinische Hilfeleistungen verzeichnet, darunter einige bewusstlose Personen. Teils waren vier Rettungswagen gleichzeitig vor Ort. Die Party hatte im Tegernseer Tal schon im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Nicht zuletzt, weil die Elektro-Party auf dem Wallberg einige Wochen zuvor nur unter strengsten Auflagen im Inneren des Restaurants an der Bergstation hatte stattfinden dürfen.

„Keine Veranstaltung haben wir mit solchen Auflagen und Regeln belegt, wie diese Osterparty. Sie wird mustergültig abgehalten. Die Musik wird definitiv um 21 Uhr abgedreht“, versicherte Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn Tage zuvor. Schon vor Beginn am Sonntag um 12 Uhr sicherte ein Großaufgebot an Polizei, Security, Feuerwehr und Wasserwacht das umzäunte Gelände, das zuvor auf Notausgänge begutachtet worden war. Ein Landwirt stellte seine Wiese zur Verfügung, um dem Park-Chaos vorzubeugen – für bis zu 20 Euro die Nacht.

„Die Kosten für die Ordnungskräfte übernimmt der Veranstalter. Wir stellen auch unseren Verwaltungsaufwand in Rechnung“, erklärte Bürgermeister Kühn. „Mit allen Bescheiden wird es auf alle Fälle ein vierstelliger Betrag werden.“ Die Party hielt die Polizei auf Trab – bis ein Gewitter samt Platzregen sie am Abend beendete und den Abmarsch der Gäste etwas beschleunigte.KLAUS WIENDL

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